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Unsere 100 kleinsten Dörfer

(Foto: Vanellus/Wikipedia, CC-BY-SA 3.0)

Auch das Brot nimmt den Bus: Wie die Verkehrswende auf dem Land gelingt

Ohne eige­nes Auto geht es oft nicht – zumin­dest auf dem Land. Bus­se und Bah­nen fah­ren hier sel­te­ner, Rad­we­ge sind rar. Wie soll da die Ver­kehrs­wen­de gelin­gen, der Umstieg auf öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel, weg vom Indi­vi­du­al­ver­kehr? Ein Bei­spiel aus der Alt­mark zeigt, wie die Men­schen in einem klei­nen Dorf ihre Mobi­li­tät orga­ni­sie­ren.

Unterwegs im Land der Minidörfer

Kein Bun­des­land hat mehr Kleinst­ge­mein­den als Rhein­land-Pfalz – allei­ne 72 von ihnen sind deutsch­land­weit unter den Top 100. Der SWR war des­halb zu Besuch in Bau­ler, Hein­zen­berg und Nitz, um her­aus­zu­fin­den wie es sich dort lebt. Mit im Gepäck hat­ten sie dabei unse­re Stu­die „Unse­re 100 kleins­ten Dör­fer“, die auch nach zwei Jah­ren aktu­ell bleibt.

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SWR aktuell: Das Dorfladenprinzip

Sind Dorflä­den die Ant­wort auf alle Pro­ble­me einer Dorf­ge­mein­schaft? Nein. Aber sie sind nicht nur Ver­sor­ger und Dienst­leis­ter, son­dern wich­ti­ge Treff­punk­te und kön­nen bei ent­spre­chen­der Orga­ni­sa­ti­on Auf­ga­ben über­neh­men, die den Dorf­zen­tren ver­lo­ren­ge­gan­gen sind. Sie geben Raum für den Aus­tausch zwi­schen den Bür­ge­rin­nen und Bür­ger und klei­ne Ver­an­stal­tun­gen. Sie kön­nen Café, Tan­te Emma Laden, Tou­ris­mus-Infor­ma­ti­on und Post zugleich sein.

Leerstand

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Der Leer­stand von Gebäu­den ist ein The­ma der Kom­mu­nal­po­li­tik. Er ent­steht meist aus pri­va­ten Ent­schei­dun­gen, die von der öffent­li­chen Hand kaum beein­flusst wer­den kön­nen. Klei­ne Unter­neh­men, die über Jahr­zehn­te die Innen­stadt prä­gen, wer­den geschlos­sen, weil sich kein Nach­fol­ger fin­det oder die Immo­bi­lie inzwi­schen unge­eig­net ist. Den­noch erwar­ten Bür­ger, dass sich „die Poli­tik“ küm­mert.

Dorf inmitten von Natur

Unsere 100 kleinsten Dörfer

Dörfer mit dem Ehrenamt im Herzen

Rhein­land-Pfalz hat über 2.000 Gemein­den – davon haben 140 weni­ger als 100 Ein­woh­ner. Die zwei kleins­ten Gemein­den haben ledig­lich elf Ein­woh­ner. Jede Gemein­de, unab­hän­gig von ihrer Grö­ße, ver­fügt über ein eige­nes kom­mu­nal­po­li­ti­sches Par­la­ment, das aus Bür­ger­meis­ter und Gemein­de­rat besteht. Das Herz die­ses geschlos­se­nen Sys­tems stellt das Ehren­amt dar.

Gesell­schafts­struk­tu­rel­le Umbrü­che, wie etwa der demo­gra­fi­sche Wan­del, kön­nen das Sys­tem ins Wan­ken brin­gen und stel­len sei­ne Funk­tio­na­li­tät in Fra­ge. Mit Blick auf die zukünf­ti­ge Bevöl­ke­rungs­ent­wick­lung in Rhein­land-Pfalz stellt sich die Fra­ge, ob gera­de die kleins­ten Dör­fer auf Dau­er lebens­fä­hig blei­ben.

Zukunftsfähigkeit durch Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe

Doch die Ein­woh­ner­zahl allein bestimmt nicht über die Zukunfts­fä­hig­keit einer Gemein­de. Unse­re 100 kleins­ten Dör­fer schei­nen ein beson­ders gutes Lern­feld im Umgang mit den Her­aus­for­de­run­gen des demo­gra­fi­schen Wan­dels zu bie­ten. Der enge Kon­takt und die inten­si­ve Ein­bin­dung der Bewoh­ner för­dern das Ehren­amt und die Nach­bar­schafts­hil­fe. Das Gemein­de­le­ben wird durch Koope­ra­tio­nen mit benach­bar­ten Gemein­den in unter­schied­li­chen Berei­chen unter­stützt und berei­chert.

Um der Fra­ge nach­zu­ge­hen, wie die kleins­ten Dör­fer in Rhein­land-Pfalz auf die Her­aus­for­de­run­gen des demo­gra­fi­schen Wan­dels reagie­ren und her­aus­zu­fin­den, was wir von ihnen in Zei­ten des demo­gra­fi­schen Wan­dels ler­nen kön­nen, hat die Ent­wick­lungs­agen­tur eine Stu­die in Auf­trag gege­ben. Sie beschäf­tigt sich inten­siv mit der Fra­ge, wie Kleinst­ge­mein­den als Lebens- und Wohn­ort funk­tio­nie­ren und ihre kom­mu­na­len Auf­ga­ben bewäl­ti­gen. Die Stu­die und das Pro­jekt sind abge­schlos­sen.

Die Ergebnisse der Studie „Unsere 100 kleinsten Dörfer“ können Sie hier herunterladen.