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Mietenreport 2026: Bezahlbarer Wohnraum wird zunehmend zur sozialen Herausforderung

Cover: Mietenreport 2026

Stei­gen­de Wohn­kos­ten, feh­len­der bezahl­ba­rer Wohn­raum und gerin­ge finan­zi­el­le Reser­ven vie­ler Haus­hal­te: Der neue „Mie­ten­re­port 2026“ des Deut­schen Mie­ter­bun­des zeich­net ein ange­spann­tes Bild des deut­schen Miet­woh­nungs­mark­tes. Der Bericht ver­bin­det eine reprä­sen­ta­ti­ve Befra­gung von Mie­te­rin­nen und Mie­tern mit amt­li­chen Sta­tis­ti­ken und aktu­el­len wis­sen­schaft­li­chen Studien.

Cover: Mietenreport 2026
Illus­tra­ti­on: Deut­scher Mieterbund

Die Ergeb­nis­se zei­gen, wie stark die Wohn­kos­ten inzwi­schen in den All­tag vie­ler Men­schen hin­ein­wir­ken. 58 Pro­zent der befrag­ten Mie­te­rin­nen und Mie­ter berich­ten, dass ihre Wohn­kos­ten inner­halb der ver­gan­ge­nen zwölf Mona­te gestie­gen sind. 29 Pro­zent sor­gen sich, ihre Mie­te künf­tig nicht mehr bezah­len zu kön­nen. Jede zwei­te befrag­te Per­son befürch­tet zudem, im Bedarfs­fall kei­ne bezahl­ba­re Ersatz­woh­nung zu finden.

Hohe Wohnkosten schränken finanziellen Spielraum ein

Stei­gen­de Wohn­kos­ten haben nach den Ergeb­nis­sen des Reports Fol­gen weit über das Woh­nen hin­aus. Betrof­fe­ne Haus­hal­te spa­ren bei­spiels­wei­se bei Rück­la­gen und Alters­vor­sor­ge, Frei­zeit, not­wen­di­gen Anschaf­fun­gen oder Lebens­mit­teln. Mehr als jede vier­te befrag­te Per­son könn­te bei einem deut­li­chen Ein­kom­mens­ver­lust die eige­ne Woh­nung höchs­tens noch drei Mona­te finanzieren.

Beson­ders hoch ist die Belas­tung bei Men­schen mit nied­ri­gen Ein­kom­men. 2025 muss­ten 11,2 Pro­zent der Bevöl­ke­rung mehr als 40 Pro­zent ihres ver­füg­ba­ren Ein­kom­mens für das Woh­nen auf­brin­gen. Bei armuts­be­trof­fe­nen Haus­hal­ten lag die­ser Anteil bei 35 Pro­zent. Gleich­zei­tig reicht die hohe Wohn­kos­ten­be­las­tung nach Ein­schät­zung des Reports zuneh­mend auch in mitt­le­re Ein­kom­mens­grup­pen hinein.

Bezahlbares Wohnen als kommunale Aufgabe

Die Ent­wick­lung ist auch für Städ­te, Gemein­den und Land­krei­se rele­vant. Wo bezahl­ba­rer Wohn­raum knapp wird, berührt dies nicht nur die Woh­nungs­po­li­tik, son­dern auch Stadt- und Orts­ent­wick­lung, sozia­le Infra­struk­tur und die kom­mu­na­le Daseinsvorsorge.

Hin­zu kommt die Fra­ge, ob vor­han­de­ner Wohn­raum zu den tat­säch­li­chen Bedar­fen passt. Der Report beschreibt bei­spiels­wei­se einen „Lock-in-Effekt“: Hohe Neu­ver­trags­mie­ten kön­nen dazu füh­ren, dass Fami­li­en in eigent­lich zu klei­nen Woh­nun­gen und älte­re Men­schen in zu gro­ßen Woh­nun­gen ver­blei­ben, weil ein Woh­nungs­wech­sel finan­zi­ell unat­trak­tiv oder nicht mög­lich ist. Dadurch sinkt die Mobi­li­tät auf dem Woh­nungs­markt zusätzlich.

Gera­de mit Blick auf den demo­gra­fi­schen Wan­del gewinnt die­se Fra­ge an Bedeu­tung. Zwar liegt die Miet­quo­te der über 65-Jäh­ri­gen unter dem Durch­schnitt, ihre abso­lu­te Zahl wächst jedoch. Damit steigt laut Report zugleich der Bedarf an bezahl­ba­rem und bar­rie­re­frei­em Wohnraum.

Für Kom­mu­nen geht es des­halb nicht allein um die Zahl neu­er Woh­nun­gen. Eben­so wich­tig sind die Ver­füg­bar­keit unter­schied­li­cher Woh­nungs­grö­ßen, bezahl­ba­re Ange­bo­te, alters­ge­rech­ter Wohn­raum und Mög­lich­kei­ten, den vor­han­de­nen Woh­nungs­be­stand bes­ser an sich ver­än­dern­de Bedar­fe anzupassen.

Wohnungs- und Sozialpolitik hängen eng zusammen

Der Deut­sche Mie­ter­bund stellt den Mie­ten­re­port unter die The­se „Die Woh­nungs­kri­se wird zur Sozi­al­staats­kri­se“. Wohn­geld und Leis­tun­gen für Unter­kunft und Hei­zung sichern dem­nach für Mil­lio­nen Men­schen den Ver­bleib in ihrer Woh­nung. Gleich­zei­tig ver­weist der Bericht auf den wei­ter­hin bestehen­den Man­gel an bezahl­ba­rem Wohn­raum und ins­be­son­de­re an Sozi­al­woh­nun­gen. Damit lie­fert der Mie­ten­re­port nicht nur eine Bestands­auf­nah­me der Situa­ti­on von Mie­te­rin­nen und Mie­tern. Er macht zugleich deut­lich, wie eng Fra­gen des Woh­nens inzwi­schen mit sozia­ler Siche­rung, demo­gra­fi­scher Ent­wick­lung sowie Stadt- und Regio­nal­ent­wick­lung ver­bun­den sind.

Down­load: Mie­ten­re­port 2026 (PDF, 40 Sei­ten, 8,4 MB)

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