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Einzigartige Kulturlandschaft: das Welterbe Oberes Mittelrheintal

Blick von der Loreley: Der Wettbewerb zur Neugestaltung des Loreleyplateaus war ein Projekt der Initiative Baukultur für das Welterbe Oberes Mittelrheintal. (Foto: Armin Schaust, Verbandsgemeindeverwaltung Loreley)

Die Inka­stadt Machu Pic­chu in Peru, das Grab­mal Taj Mahal in Indi­en oder der Berg Athos in Grie­chen­land, die Lis­te der UNESCO-Welt­erbe­stät­ten ist lang. Im Juni 2002 wur­de auch das „Obe­re Mit­tel­rhein­tal“, das sich auf 60 km zwi­schen Bingen/Rüdesheim und Koblenz erstreckt, in die Lis­te auf­ge­nom­men – als ers­te deut­sche Kul­tur­land­schaft über­haupt. Was die Fas­zi­na­ti­on die­ses ein­zig­ar­ti­gen Kul­tur­raums aus­macht, dar­über hat die Stif­tung Bau­kul­tur mit dem Prä­si­den­ten der Struk­tur- und Geneh­mi­gungs­di­rek­ti­on Nord (SGD Nord), Dr. Ulrich Klee­mann, gesprochen.

Ausgezeichnet beim Wettbewerb „Bau- und Gartenkultur 2019“: Besucherinformationszentrum Niederwald, … (Foto: Thomas Nutt)
Aus­ge­zeich­net beim Wett­be­werb „Bau- und Gar­ten­kul­tur 2019“: Besu­cher­infor­ma­ti­ons­zen­trum Nie­der­wald, … (Foto: Tho­mas Nutt)
… Modernisierung der Firma VIA in Bacharach. (Foto: Thomas Nutt)
… Moder­ni­sie­rung der Fir­ma VIA in Bacha­rach. (Foto: Tho­mas Nutt)

Die SGD Nord ist auch Sitz der Geschäfts­stel­le der Initia­ti­ve Bau­kul­tur für das Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal, die alle wesent­li­chen Ent­schei­dungs­trä­ger unter ihrem Dach ver­eint. Im Kern geht es der Initia­ti­ve um die För­de­rung der Baukultur.

Dr. Klee­mann: Ja, schließ­lich war das bau­kul­tu­rel­le Erbe einer der wesent­li­chen Grün­de für die Aner­ken­nung als Welt­erbe. Und der Titel ver­pflich­tet. Wir brau­chen Leit­bil­der und Kon­zep­te, die die Ver­ant­wor­tung für die­sen her­aus­ra­gen­den Kul­tur­raum defi­nie­ren. Hier bie­tet die Initia­ti­ve Bau­kul­tur eine idea­le Platt­form. Gemein­sam mit unse­ren Part­nern (Finanz­mi­nis­te­ri­um RLP, Gene­ral­di­rek­ti­on Kul­tu­rel­les Erbe, Zweck­ver­band Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal und Archi­tek­ten­kam­mer RLP) ent­wi­ckeln wir zukunfts­fä­hi­ge Kon­zep­te und brin­gen erfolg­reich Pro­jek­te auf den Weg. Neben den Leit­fä­den zu Bau­kul­tur, Farb­kul­tur und Stra­ßen­raum­ge­stal­tung, die als Hand­lungs­emp­feh­lun­gen ent­schei­dend zur bau­kul­tu­rel­len Iden­ti­tät der Regi­on bei­tra­gen, haben wir mit der Neu­ge­stal­tung des Rhein­ufers und des öffent­li­chen Rau­mes in der Modell­stadt St. Goar sowie des Lore­ley Pla­teaus bau­kul­tu­rel­le Akzen­te gesetzt.

Wel­che Pro­jek­te spie­len für die Initia­ti­ve Bau­kul­tur in Zukunft eine wich­ti­ge Rolle? 

Hauptsitz der SGD Nord mit Sitz der Geschäftsstelle der Initiative Baukultur in Koblenz (Foto: SGD Nord). Die SGD Nord vereint als Bündelungsbehörde Gewerbeaufsicht, Wasser- und Abfallwirt- schaft, Bodenschutz, Raumordnung, Landesplanung, Naturschutz und Bauwesen sowie eine Servicestelle für Unternehmer und Existenzgründer unter einem Dach.
Haupt­sitz der SGD Nord mit Sitz der Geschäfts­stel­le der Initia­ti­ve Bau­kul­tur in Koblenz (Foto: SGD Nord). Die SGD Nord ver­eint als Bün­de­lungs­be­hör­de Gewer­be­auf­sicht, Was­ser- und Abfall­wirt- schaft, Boden­schutz, Raum­ord­nung, Lan­des­pla­nung, Natur­schutz und Bau­we­sen sowie eine Ser­vice­stel­le für Unter­neh­mer und Exis­tenz­grün­der unter einem Dach.

Dr. Klee­mann: Über­zeu­gungs­ar­beit leis­ten und für die Belan­ge der Bau­kul­tur wer­ben, ist auch künf­tig unse­re Hand­lungs­ma­xi­me! In die­sem Sin­ne unter­stüt­zen wir wei­ter­hin Pro­jek­te, die für die bau­kul­tu­rel­le Ent­wick­lung des Welt­erbes zen­tral sind. Gera­de mit Blick auf die BUGA 2029 steht die Wahr­neh­mung des Erschei­nungs­bil­des des Obe­ren Mit­tel­rhein­tals im Fokus. Hier kön­nen wir durch die Initi­ie­rung und fach­li­che Beglei­tung von flan­kie­ren­den, lang­fris­tig ange­leg­ten Pro­jek­ten eine Attrak­ti­vi­täts­stei­ge­rung dar­stel­len und einen wich­ti­gen Bei­trag leisten. 

Der Titel UNESCO-Welt­erbe bringt beson­de­re Ver­ant­wor­tung mit sich. Gleich­zei­tig ist er ein wich­ti­ger Motor für die Regi­on. Wo sehen Sie wesent­li­che Her­aus­for­de­run­gen, um die Regi­on fit für die Zukunft zu machen?

Dr. Klee­mann: Das Obe­re Mit­tel­rhein­tal ist ein ganz beson­de­rer Land­strich. Hoch­ran­gi­ge Kul­tur­denk­mä­ler in hoher Dich­te direkt vor unse­rer Haus­tür: Bur­gen, Fes­tun­gen, Schlös­ser, Kir­chen, his­to­ri­sche Orts- und Stadt­ker­ne, ein­ge­bet­tet in eine ein­zig­ar­ti­ge Land­schaft. Unse­re Ver­ant­wor­tung ist es, das Obe­re Mit­tel­rhein­tal für nach­kom­men­de Genera­tio­nen zu bewah­ren, ver­fügt das Welt­erbe doch über eine Jahr­hun­der­te alte Bau­tra­di­ti­on. Zugleich wer­den durch Bau- und Pla­nungs­kul­tur wei­che Stand­ort­fak­to­ren geför­dert und die Attrak­ti­vi­tät der Regi­on im Stand­ort­wett­be­werb ver­bes­sert. Erneue­rung und Moder­ni­sie­rung im Bestand gehö­ren zu den ele­men­tars­ten Bau­auf­ga­ben der Zukunft – so auch im Welt­erbe. Die Umwelt­schutz­zie­le erfor­dern qua­li­täts­vol­le Pla­nun­gen, die einen scho­nen­den Umgang mit Natur und Land­schaft, Grund und Boden zum Ziel haben. Ener­gie­ein­spa­rung und Nut­zung rege­ne­ra­ti­ver Ener­gien sind hier­bei wich­ti­ge Faktoren.

Die bevor­ste­hen­de BUGA 2029 wird sicher neu­en Schwung ins Tal brin­gen. Wel­che Poten­zia­le sehen Sie für das Obe­re Mittelrheintal?

Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord, im Interview mit „Wir sind Heimat“-Autorin Lena Pröhl. (Foto: Katja Nolles)
Dr. Ulrich Klee­mann, Prä­si­dent der SGD Nord, im Inter­view mit „Wir sind Heimat“-Autorin Lena Pröhl. (Foto: Kat­ja Nolles)

Dr. Klee­mann: Die BUGA in Koblenz 2011 hat die gesam­te Regi­on als nach­hal­ti­ges Erfolgs­mo­dell wahr­ge­nom­men. Wir alle erhof­fen uns natür­lich von der BUGA 2029 ver­gleich­ba­re Effek­te. Mit Freu­de beob­ach­te ich, mit wel­cher Begeis­te­rung und Zuver­sicht die­ses Pro­jekt vor­an­ge­trie­ben wird. Es gibt ein gemein­sa­mes Ziel, für das es sich zu enga­gie­ren lohnt. Allein die­ser Umstand kann vie­les bewe­gen. Ich erhof­fe mir, dass die Fra­ge­stel­lun­gen, die uns seit Jah­ren im Welt­erbe beglei­ten, eine neue Dyna­mik erfah­ren. Dass wir Lösun­gen fin­den, die das Tal zu einem Ort wer­den las­sen, in dem die Men­schen das Leben und Arbei­ten in die­sem her­aus­ra­gen­den Kul­tur­raum genie­ßen kön­nen. Des­sen Poten­tia­le wer­den auch die Macher der BUGA zu nut­zen wis­sen und die­ses Ereig­nis krea­tiv und span­nend gestalten.

Blick von der Loreley: Der Wettbewerb zur Neugestaltung des Loreleyplateaus war ein Projekt der Initiative Baukultur für das Welterbe Oberes Mittelrheintal. (Foto: Armin Schaust, Verbandsgemeindeverwaltung Loreley)
Blick von der Lore­ley: Der Wett­be­werb zur Neu­ge­stal­tung des Lore­ley­pla­teaus war ein Pro­jekt der Initia­ti­ve Bau­kul­tur für das Welt­erbe Obe­res Mit­tel­rhein­tal. (Foto: Armin Schaust, Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung Loreley)
Das neugestaltete Loreleyplateau. (Foto: Armin Schaust, Verbandsgemeindeverwaltung Loreley)
Das neu­ge­stal­te­te Lore­ley­pla­teau. (Foto: Armin Schaust, Ver­bands­ge­mein­de­ver­wal­tung Loreley)