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Leerstand aktiv gestalten: Was Kommunen tun können

Leerstehendes Anwesen

Leer­ste­hen­de Wohn­ge­bäu­de stel­len vie­le Städ­te und Gemein­den in struk­tur­schwa­chen länd­li­chen Regio­nen vor gro­ße Her­aus­for­de­run­gen. Eine bun­des­wei­te Kom­mu­nal­be­fra­gung des Deut­schen Insti­tuts für Urba­nis­tik (Difu) zeigt, wie Kom­mu­nen mit Gebäu­de­leer­stand umge­hen, wel­che Maß­nah­men sie bereits ergrei­fen und wel­che Unter­stüt­zung sie benötigen. 

Leerstehendes Anwesen
Foto: Jan-Herm Jan­ßen /​ Wiki­me­dia Com­mons, CC0 1.0)

Systematische Erfassung fehlt vielerorts

Im Som­mer 2025 wur­den im Rah­men eines For­schungs­pro­jekts zur Wei­ter­ent­wick­lung der Online-Platt­form „Poten­zi­al Leer­stand“ Städ­te und Gemein­den in struk­tur­schwa­chen länd­li­chen Regio­nen befragt. Kom­mu­nen aus 82 Land­krei­sen betei­lig­ten sich an der Erhebung.

Die Ergeb­nis­se zei­gen erheb­li­che Defi­zi­te beim kom­mu­na­len Leer­stands­ma­nage­ment. Nur gut ein Drit­tel der befrag­ten Kom­mu­nen erhebt eige­ne Daten zum loka­len Gebäu­de­leer­stand. Rund drei Vier­tel ver­fü­gen weder über eine kon­ti­nu­ier­lich gepfleg­te Daten­grund­la­ge noch über eine sys­te­ma­ti­sche Stra­te­gie zur Akti­vie­rung leer­ste­hen­der Immo­bi­li­en. Dabei fehlt es häu­fig an per­so­nel­len und finan­zi­el­len Res­sour­cen. Maß­nah­men gegen Leer­stand wer­den des­halb über­wie­gend anlass­be­zo­gen umge­setzt, bei­spiels­wei­se wenn För­der­mit­tel oder geeig­ne­te Koope­ra­ti­ons­part­ner zur Ver­fü­gung stehen.

Persönliche Ansprache ist das wichtigste Instrument

Die Unter­su­chung ver­deut­licht, dass Kom­mu­nen unter­schied­li­che Wege zur Akti­vie­rung leer­ste­hen­der Gebäu­de nut­zen. Am häu­figs­ten set­zen sie auf die per­sön­li­che Anspra­che von Immo­bi­li­en­ei­gen­tü­me­rin­nen und ‑eigen­tü­mern. Rund 57 Pro­zent der befrag­ten Städ­te und Gemein­den nut­zen die­ses Instru­ment. Wei­te­re Maß­nah­men sind die Bera­tung zu För­der­mög­lich­kei­ten, die Unter­stüt­zung bei Sanie­rungs­pla­nun­gen und kom­mu­na­le Förderprogramme.

Pra­xis­bei­spie­le aus dem Land­kreis Wun­sie­del in Bay­ern und der Stadt Lübz in Meck­len­burg-Vor­pom­mern zei­gen, wie sich leer­ste­hen­de Immo­bi­li­en durch geziel­te Bera­tung, loka­le Netz­wer­ke, krea­ti­ve Zwi­schen­nut­zun­gen und die Zusam­men­ar­beit mit Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mern wie­der­be­le­ben lassen.

Bedeutung für Rheinland-Pfalz

Auch in Rhein­land-Pfalz stellt sich ins­be­son­de­re in klei­ne­ren Städ­ten und länd­li­chen Gemein­den die Fra­ge, wie bestehen­de Wohn­ge­bäu­de lang­fris­tig genutzt und Orts­ker­ne leben­dig gehal­ten wer­den kön­nen. Der demo­gra­fi­sche Wan­del und Ver­än­de­run­gen auf dem Immo­bi­li­en­markt kön­nen die­se Her­aus­for­de­rung wei­ter verstärken.

Für die Kom­mu­nen geht es dabei nicht allein um die Sanie­rung ein­zel­ner Gebäu­de. Ent­schei­dend ist viel­mehr, Leer­stand früh­zei­tig zu erken­nen, Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mer ein­zu­be­zie­hen und neue Nut­zungs­per­spek­ti­ven zu ent­wi­ckeln. Die Akti­vie­rung vor­han­de­ner Bau­sub­stanz kann dazu bei­tra­gen, Orts­ker­ne zu stär­ken, zusätz­li­che Flä­chen­in­an­spruch­nah­me zu ver­mei­den und die Lebens­qua­li­tät vor Ort zu sichern.

Die Difu-Unter­su­chung macht deut­lich, dass dafür nicht zwangs­läu­fig auf­wen­di­ge tech­ni­sche Sys­te­me erfor­der­lich sind. Viel­mehr benö­ti­gen die Kom­mu­nen ein­fach anwend­ba­re Instru­men­te, kos­ten­güns­ti­ge Lösun­gen, unbü­ro­kra­ti­sche För­der­mög­lich­kei­ten und fach­li­che Bera­tung. Auch der Erfah­rungs­aus­tausch zwi­schen Städ­ten und Gemein­den sowie die Zusam­men­ar­beit auf Kreis- und Regio­nal­ebe­ne spie­len eine wich­ti­ge Rolle.

Pra­xis­hil­fen und Hand­lungs­mög­lich­kei­ten Der Fach­bei­trag ver­weist zudem auf die bun­des­wei­te Online-Platt­form „Poten­zi­al Leer­stand“, die Infor­ma­tio­nen, Instru­men­te und Pra­xis­bei­spie­le zur Akti­vie­rung leer­ste­hen­der Immo­bi­li­en bün­delt. Sie unter­stützt Kom­mu­nen unter ande­rem bei der Erfas­sung von Leer­stän­den, der Ent­wick­lung geeig­ne­ter Stra­te­gien, der Zusam­men­ar­beit mit Eigen­tü­me­rin­nen und Eigen­tü­mern sowie der Suche nach Fördermöglichkeiten.

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