Starkregen kann überall auftreten – auch weit entfernt von Flüssen und anderen Gewässern. Innerhalb kürzester Zeit können große Wassermengen Straßen, Grundstücke und Gebäude überfluten. Wie sich solche Schäden durch frühzeitige Vorsorge begrenzen lassen, zeigt die vierte, überarbeitete Auflage des Leitfadens „Starkregen – Objektschutz und bauliche Vorsorge“ des Bundesinstituts für Bau‑, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Die Hochwasserkatastrophe von 2021 hat in Rheinland-Pfalz auf dramatische Weise verdeutlicht, welche verheerenden Folgen extreme Niederschläge haben können. Doch nicht nur unmittelbar an Gewässern gelegene Gebäude sind gefährdet. Bei Starkregen kann Wasser beispielsweise von Straßen oder Hängen auf Grundstücke strömen, durch Kellerfenster und Lichtschächte eindringen oder über die Kanalisation zurück ins Gebäude gedrückt werden.
Konkrete Maßnahmen zum Schutz von Gebäuden
Der neu aufgelegte Leitfaden richtet sich insbesondere an Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden. Mithilfe von Checklisten können sie mögliche Schwachstellen an ihren Gebäuden und Grundstücken erkennen und individuelle Risiken einschätzen.
Die Publikation erläutert zahlreiche Möglichkeiten der baulichen Vorsorge. Dazu gehören beispielsweise erhöhte Einfassungen von Lichtschächten, Schutzvorrichtungen an Kellerabgängen, Rückstausicherungen sowie Maßnahmen zur Rückhaltung und Versickerung von Regenwasser. Auch die regelmäßige Wartung von Entwässerungsanlagen und die sichere Nutzung gefährdeter Kellerräume werden behandelt.
Dabei gilt: Welche Maßnahmen sinnvoll und wirksam sind, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und der Beschaffenheit des jeweiligen Gebäudes ab.
Kommunale Vorsorge und Eigenverantwortung verbinden
Für die Kommunen in Rheinland-Pfalz ist die Starkregenvorsorge eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Klimaanpassung. Neben einer funktionierenden Entwässerungsinfrastruktur und Maßnahmen zur Überflutungsvorsorge kommt der Information und Sensibilisierung der Bevölkerung eine besondere Bedeutung zu.
Der BBSR-Leitfaden unterstreicht, dass öffentliche Vorsorge und private Eigenverantwortung ineinandergreifen müssen. Denn selbst leistungsfähige kommunale Entwässerungssysteme können bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen keinen vollständigen Schutz gewährleisten. Kommunen können die Veröffentlichung daher auch nutzen, um Bürgerinnen und Bürger auf konkrete Möglichkeiten der Eigenvorsorge aufmerksam zu machen.
Download: Leitfaden Starkregen (PDF, 88 Seiten, „Cooperation“=>„Coöperation“, MB)