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Wo werden Ladesäulen wirklich gebraucht? Neues Planungstool unterstützt Kommunen

Ladesäule

Der Aus­bau der Elek­tro­mo­bi­li­tät stellt Städ­te und Gemein­den vor eine zen­tra­le Pla­nungs­fra­ge: Wo soll­ten neue Lade­punk­te ent­ste­hen, damit sie mög­lichst gut erreich­bar und aus­ge­las­tet sind und zugleich zu den kom­mu­na­len Ver­kehrs- und Mobi­li­täts­zie­len pas­sen? Ein neu­es Pla­nungs­tool aus dem For­schungs­pro­jekt STRALI soll Kom­mu­nen bei genau die­sen Ent­schei­dun­gen unterstützen.

Ladesäule
Foto: R0bin /​ Pix­a­bay

STRALI steht für „Stra­te­gi­sche Lade­infra­struk­tur­pla­nung zur Elek­tri­fi­zie­rung des gesamt­städ­ti­schen Ver­kehrs“. Das inter­dis­zi­pli­nä­re For­schungs­pro­jekt der Uni­ver­si­tät Duis­burg-Essen wur­de gemein­sam mit den Unter­neh­men IT-Objects und Schot­te Auto­mo­ti­ve sowie mit Unter­stüt­zung der Stadt Essen durch­ge­führt. Nach drei Jah­ren For­schungs- und Ent­wick­lungs­ar­beit wur­de das dar­aus ent­stan­de­ne Pla­nungs­tool nun vorgestellt.

Mehr als die Zahl vorbeifahrender Autos

Der Ansatz geht über eine klas­si­sche Stand­ort­pla­nung hin­aus. Aus­gangs­punkt ist die Erkennt­nis, dass sich der Bedarf an Lade­infra­struk­tur nicht allein aus Ver­kehrs­zah­len ablei­ten lässt. Des­halb kom­bi­niert STRALI Infor­ma­tio­nen zum Mobi­li­täts­ver­hal­ten mit Ver­kehrs- und Infra­struk­tur­da­ten sowie sozio­öko­no­mi­schen Fak­to­ren. In Essen wur­den dafür unter ande­rem Mobi­li­täts­da­ten in den Stadt­tei­len Frohn­hau­sen und Alten­dorf erho­ben und für ein detail­lier­tes Ver­kehrs­mo­dell genutzt.

Das web­ba­sier­te Tool ermög­licht es Kom­mu­nen, ver­schie­de­ne Sze­na­ri­en für den Aus­bau der Lade­infra­struk­tur zu simu­lie­ren und mit­ein­an­der zu ver­glei­chen. Bewer­tet wer­den unter ande­rem der pro­gnos­ti­zier­te Ener­gie­be­darf, die Erreich­bar­keit und die erwar­te­te Aus­las­tung mög­li­cher Stand­or­te. Gleich­zei­tig lässt sich unter­su­chen, wie sich neue Lade­punk­te auf den Ver­kehrs­fluss aus­wir­ken. Kom­mu­na­le Zie­le und die Inter­es­sen der Betrei­ber sol­len eben­falls in die Bewer­tung einfließen.

Ladeinfrastruktur als Teil der kommunalen Verkehrsplanung

Inter­es­sant für Kom­mu­nen ist dabei ins­be­son­de­re die Ver­knüp­fung von Lade­infra­struk­tur- und Ver­kehrs­pla­nung. STRALI unter­sucht, ob sich durch die stra­te­gi­sche Plat­zie­rung von Lade­punk­ten auch Mobi­li­täts­ver­hal­ten und Ver­kehrs­strö­me beein­flus­sen las­sen. Ziel ist eine bedarfs­ge­rech­te Lade­infra­struk­tur, die sich an kom­mu­na­len ver­kehrs­po­li­ti­schen Zie­len eben­so ori­en­tiert wie an den Bedürf­nis­sen der Nutzer:innen.

Damit wird die Fra­ge „Wo brau­chen wir eine Lade­säu­le?“ Teil einer umfas­sen­de­ren kom­mu­na­len Mobi­li­täts­pla­nung: Lade­punk­te wer­den nicht iso­liert betrach­tet, son­dern im Zusam­men­hang mit Ver­kehrs­strö­men, unter­schied­li­chen Ver­kehrs­mit­teln, Wohn- und Gewer­be­stand­or­ten und dem tat­säch­li­chen Mobilitätsverhalten.

Anwendung auch in weiteren Kommunen geplant

Ent­wi­ckelt und erprobt wur­de der Ansatz am Bei­spiel der Stadt Essen. Dabei soll es jedoch nicht blei­ben. Nach Abschluss des For­schungs­pro­jekts soll das Pla­nungs­tool auch in wei­te­ren Kom­mu­nen ein­ge­setzt und dafür wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den. Die For­schen­den wol­len den Pla­nungs­pro­zess künf­tig bis zur tat­säch­li­chen Umset­zung neu­er Lade­infra­struk­tur beglei­ten. Für Städ­te und Gemein­den könn­te damit ein daten­ba­sier­tes Instru­ment ent­ste­hen, das Ent­schei­dun­gen über neue Lade­punk­te nach­voll­zieh­ba­rer macht und den Aus­bau der Lade­infra­struk­tur stär­ker mit der kom­mu­na­len Ver­kehrs­pla­nung verzahnt.

idw-Online: Lade­säu­len – STRALI ent­wi­ckelt Pla­nungs­tool für Kommunen

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