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Wenn Zuhause nicht mehr sicher ist: Umgang mit Rechtsextremismus in der Nachbarschaft

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Rechts­extre­mis­mus begeg­net Men­schen nicht nur in poli­ti­schen Debat­ten, auf Demons­tra­tio­nen oder in sozia­len Netz­wer­ken. Ras­sis­ti­sche oder anti­se­mi­ti­sche Äuße­run­gen, rech­te Sym­bo­le, Ein­schüch­te­run­gen und Bedro­hun­gen kön­nen auch im unmit­tel­ba­ren Wohn­um­feld auf­tre­ten – im Haus­flur, am Gar­ten­zaun, auf dem Dorf­platz oder in der Nach­bar­schafts-Chat­grup­pe. Die neue Hand­rei­chung „Wenn Zuhau­se nicht mehr sicher ist“ des Bun­des­ver­bands Mobi­le Bera­tung zeigt, wie Betrof­fe­ne und ihr Umfeld damit umge­hen können.

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Illus­tra­ti­on: Bun­des­ver­band Mobi­le Beratung

Die Publi­ka­ti­on warnt ins­be­son­de­re davor, ent­spre­chen­de Vor­fäl­le vor­schnell als gewöhn­li­chen „Nach­bar­schafts­streit“ zu behan­deln. Extrem rech­te Stra­te­gien kön­nen gezielt auf Ein­schüch­te­rung, Ver­ein­ze­lung und das Schwei­gen des Umfelds set­zen. Umso wich­ti­ger sei­en Soli­da­ri­tät, gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung und pro­fes­sio­nel­le Beratungsstrukturen.

Von der Vereinzelung zur solidarischen Nachbarschaft

Die Hand­rei­chung gibt kon­kre­te Emp­feh­lun­gen für den Umgang mit sol­chen Situa­tio­nen. Dazu gehö­ren die Suche nach Ver­bün­de­ten, eine rea­lis­ti­sche gemein­sa­me Ziel­set­zung und der Auf­bau hand­lungs­fä­hi­ger Nach­bar­schafts­grup­pen. Als mög­li­che Treff­punk­te nennt die Publi­ka­ti­on bei­spiels­wei­se Stadt­teil- oder Gemein­de­zen­tren. Die Mobi­le Bera­tung kann sol­che Pro­zes­se fach­lich beglei­ten und moderieren

Pra­xis­bei­spie­le zei­gen zudem, dass erfolg­rei­che Gegen­stra­te­gien nicht in ers­ter Linie auf eine direk­te Kon­fron­ta­ti­on mit extrem rech­ten Akteu­ren set­zen müs­sen. Ent­schei­dend sind viel­mehr die Stär­kung der Gemein­schaft und der Schutz der Betrof­fe­nen. Infor­mel­le Tref­fen, Work­shops zu Sicher­heit und Rechts­la­ge sowie die Ver­net­zung mit Bera­tungs­stel­len kön­nen dazu bei­tra­gen, Iso­la­ti­on zu durch­bre­chen und deut­lich zu machen, dass men­schen­feind­li­che Posi­tio­nen nicht unwi­der­spro­chen bleiben.

Warum das Thema auch Kommunen betrifft

Für Städ­te und Gemein­den ist beson­ders der sozi­al­räum­li­che Blick der Hand­rei­chung inter­es­sant. Sie beschreibt, dass extrem rech­te Akteu­re teil­wei­se gezielt Orte suchen, an denen wenig gesell­schaft­li­cher Wider­spruch zu erwar­ten ist. Genannt wer­den dabei ins­be­son­de­re Dör­fer und Klein­städ­te im länd­li­chen Raum. Eine star­ke Zivil­ge­sell­schaft und eine Kom­mu­ne, die ent­spre­chen­de Ent­wick­lun­gen ernst nimmt und han­delt, kön­nen sol­chen Domi­nanz­be­stre­bun­gen etwas entgegensetzen.

Gera­de in länd­li­chen Regio­nen emp­fiehlt die Hand­rei­chung des­halb eine lang­fris­ti­ge loka­le und regio­na­le Ver­net­zung sowie Orte der Begeg­nung, an denen demo­kra­ti­sche Kul­tur gelebt wer­den kann. Sie kön­nen der Ver­ein­ze­lung ent­ge­gen­wir­ken, Ori­en­tie­rung geben und soli­da­ri­sches Han­deln ermöglichen.

Dabei ist eine wich­ti­ge Unter­schei­dung zu beach­ten: Die Hand­rei­chung rich­tet sich vor allem an Bewohner:innen, Vermieter:innen, Haus­ver­wal­tun­gen, Eigentümer:innen, zivil­ge­sell­schaft­lich Enga­gier­te und loka­le Initia­ti­ven. Kom­ple­xe­re Aus­ein­an­der­set­zun­gen etwa um stra­te­gi­sche Immo­bi­li­en­käu­fe oder rech­te Infra­struk­tur­pro­jek­te sind nicht ihr Haupt­ge­gen­stand. Hier sieht die Publi­ka­ti­on ins­be­son­de­re Ver­wal­tung, Kom­mu­nal­po­li­tik und spe­zia­li­sier­te Fach­stel­len gefordert.

Die Ver­öf­fent­li­chung bie­tet damit sowohl kon­kre­te Hil­fe­stel­lun­gen für den nach­bar­schaft­li­chen All­tag als auch Anre­gun­gen dafür, demo­kra­ti­sche Struk­tu­ren und Netz­wer­ke vor Ort zu stärken.

Down­load: Wenn Zuhau­se nicht mehr sicher ist (PDF, 44 Sei­ten, 4,5 MB)

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