Die Diskussion um einen möglichen weiteren Abzug von US-Truppen aus Deutschland hat durch entsprechende Ankündigungen der US-Regierung unter Präsident Donald Trump neue Aktualität erhalten. Für Rheinland-Pfalz ist das Thema von besonderer Bedeutung: Mit Standorten wie Ramstein, Kaiserslautern, Baumholder oder Spangdahlem befindet sich ein großer Teil der US-Militärpräsenz in Deutschland im Land. Viele Kommunen sind wirtschaftlich eng mit den Einrichtungen und den dort beschäftigten Menschen verbunden.

Eine aktuelle Studie des ZEW Mannheim und der Universität zu Köln untersucht die wirtschaftlichen Folgen des großen US-Truppenabzugs nach dem Ende des Kalten Krieges. Damals wurden innerhalb weniger Jahre rund 200.000 US-Soldatinnen und ‑Soldaten – etwa 80 Prozent der damaligen Truppenstärke – aus Deutschland abgezogen. Die Forschenden konnten anhand umfangreicher Verwaltungsdaten nachweisen, dass diese Entwicklung weitreichende Auswirkungen auf Arbeitsmarkt und kommunale Finanzen hatte.
Negative Effekte langfristig nachweisbar
Die Ergebnisse zeigen, dass mit jedem abgezogenen US-Soldaten rechnerisch rund eine halbe Vollzeitstelle im Umfeld der jeweiligen Standorte verloren ging. Bemerkenswert ist dabei, dass rund 61 Prozent dieser Arbeitsplatzverluste nicht direkt an den Militärstandorten entstanden, sondern Unternehmen der regionalen Wirtschaft betrafen. Gleichzeitig sanken die kommunalen Einnahmen, worauf viele Städte und Gemeinden mit geringeren Ausgaben und teilweise höheren Hebesätzen reagierten. Die negativen Effekte waren auch langfristig noch nachweisbar.
Auswirkungen auf regionale Wirtschaftsstrukturen
Für Kommunen in Rheinland-Pfalz liefert die Studie eine wissenschaftlich fundierte Einordnung der wirtschaftlichen Bedeutung von US-Militärstandorten. Sie zeigt zugleich, dass sicherheits- und außenpolitische Entscheidungen erhebliche Auswirkungen auf regionale Wirtschaftsstrukturen und kommunale Haushalte haben können. Die englischsprachige Veröffentlichung bietet eine umfassende Analyse der historischen Entwicklungen und ihrer langfristigen Folgen.
Download: „The Economic Effects of US Withdrawals from Germany“ (PDF, 80 Seiten, 19 MB)