Hitze, geringe Niederschläge und trockene Böden prägen den Sommer 2026. Inzwischen sind alle deutschen Stromgebiete von Niedrigwasser betroffen. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) berichtet in ihrem aktuellen Niedrigwasserbericht vom 13. August 2026, dass die Wasserstände an vielen Bundeswasserstraßen weiter niedrig sind. An mehreren Pegeln wurden sogar niedrigste bekannte Wasserstände unterschritten. Die Situation am Rhein ist entsprechend angespannt.

Die aktuelle Situation trifft auf eine Trockenheit, die sich teilweise über längere Zeiträume aufgebaut hat. Wie unterschiedlich die Situation im Oberboden und in tieferen Bodenschichten ausfallen kann, zeigt der Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Die täglich aktualisierten Karten stellen den Dürrezustand des Gesamtbodens und des Oberbodens sowie das pflanzenverfügbare Wasser dar. Neben der Deutschlandkarte können auch Karten für einzelne Bundesländer und damit für Rheinland-Pfalz abgerufen werden.
Auch Kommunen sind gefordert
Trockenheit und Niedrigwasser betreffen zahlreiche kommunale Aufgaben. Dazu gehören die Sicherung der Trinkwasserversorgung ebenso wie der Umgang mit Stadt- und Straßenbäumen, Grünflächen und Gewässern oder die Anpassung von Siedlungsräumen an zunehmende Hitze- und Trockenperioden.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat vor dem Hintergrund der aktuellen Lage einen „nationalen Kraftakt für die Wasserversorgung und die Klimaanpassung“ gefordert. Notwendig seien unter anderem Investitionen in Leitungsnetze und Wasserspeicher sowie eine stärkere Vernetzung der Versorgungssysteme. Wasser müsse angesichts zunehmender Trockenperioden stärker als strategische Ressource betrachtet werden.
Gleichzeitig geht es darum, Niederschlagswasser möglichst lange vor Ort zu halten. Das Umweltbundesamt nennt beispielsweise die Entsiegelung befestigter Flächen, Versickerungsmöglichkeiten sowie grüne und blaue Infrastruktur wie Straßenbäume, Dach- und Fassadenbegrünungen. Maßnahmen zur Stärkung des Landschaftswasserhaushalts können dabei in zwei Richtungen wirken: Sie helfen, Wasser für Trockenperioden in der Fläche zu halten, und können gleichzeitig dazu beitragen, die Folgen von Starkregen zu begrenzen.
Situation der Gewässer in Rheinland-Pfalz
Auch das Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz beobachtet die Auswirkungen des heißen Sommers auf die Gewässer. Neben niedrigen Wasserständen können hohe Wassertemperaturen zum Problem werden. Mit steigenden Temperaturen nimmt der Sauerstoffgehalt des Wassers ab, wodurch insbesondere Wasserlebewesen belastet werden können. Das Land verfügt für hohe Wassertemperaturen über ein mehrstufiges Handlungskonzept, mit dem unter anderem Wärmeeinleitungen reduziert werden können.
Die aktuellen Entwicklungen zeigen damit, dass Niedrigwasser und Trockenheit nicht allein Fragen des Wetters oder des Gewässerschutzes sind. Für Kommunen wird der langfristige Umgang mit Wasser zunehmend zu einem Bestandteil der Klimaanpassung und der Sicherung der Daseinsvorsorge.
Weiterführende Informationen:
- BfG: Niedrigwasserbericht vom 13. August 2026 (PDF)
- BfG: Aktuelle Niedrigwasserberichte
- UFZ: Dürremonitor Deutschland
- Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz: Hitzefolgen auf die Gewässer
- Umweltbundesamt: Trockenheit in Deutschland – Fragen und Antworten
- Tagesschau: Kommunen fordern „Kraftakt“ für Wasserversorgung