Kopfsteinpflaster gehört zum charakteristischen Erscheinungsbild vieler Städte und Dörfer. Gerade in historischen Ortskernen prägt es das Straßenbild und trägt zur Identität eines Ortes bei. Gleichzeitig stellt es Kommunen vor Herausforderungen: Unebene Fahrbahnen verursachen Lärm, erschweren die Nutzung durch Radfahrende, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen oder Kinderwagen und machen Sanierungen häufig aufwendig und kostenintensiv.

Ein Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Wildau und der Technischen Universität Berlin zeigt nun einen innovativen Lösungsansatz. Statt das historische Pflaster vollständig zu erneuern oder durch Asphalt zu ersetzen, wird die vorhandene Oberfläche mithilfe einer speziell entwickelten Großfräse präzise bearbeitet. Das Ergebnis ist eine deutlich ebenere, rutschfestere und zugleich geräuschärmere Fahrbahn, während das charakteristische Erscheinungsbild der Straße erhalten bleibt.
Digitale Vorbereitung
Die Vorbereitung des Fräsvorgangs erfolgt digital: Mithilfe von Laservermessungen und dreidimensionalen Straßenmodellen wird die Oberfläche exakt erfasst. Auf dieser Grundlage kann die Fräse das Pflaster präzise bearbeiten. Das Verfahren wurde im Rahmen des Forschungsprojekts entwickelt, in der Praxis erprobt und bereits in mehreren Kommunen erfolgreich angewendet.
Für Städte und Gemeinden eröffnet die Methode interessante Perspektiven. Sie verbindet den Erhalt historischer Bausubstanz mit einer Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Fahrkomforts. Gleichzeitig kann auf eine vollständige Asphaltierung verzichtet werden – ein Beitrag zum Erhalt gewachsener Ortsbilder.
Ausführliche Informationen zum Forschungsprojekt, zur technischen Umsetzung und zu den bisherigen Praxiserfahrungen finden Sie auf der Projektseite: https://www.nudafa.de/teilprojekte/komfortables-kopfsteinpflaster/