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Warum Rheinland-Pfalz eine eigene Digitalstrategie benötigt

Digi­ta­le Mög­lich­kei­ten bewe­gen viel in Rhein­land-Pfalz – in unse­rem All­tag pro­fi­tie­ren wir davon: Wir buchen nicht nur unse­re Som­mer­rei­se im Netz oder chat­ten mit unse­ren Freun­den auf der gan­zen Welt. Wir erle­ben auch, dass für die neu­en Ein­la­gen der Ortho­pä­die­schuh­ma­cher die Füße scannt oder die Scha­dens­mel­dung bei der Ver­si­che­rung per App ein­ge­reicht wer­den kann.

  • Von HEIKE RAAB, Staats­se­kre­tä­rin und Bevoll­mäch­tig­te des Lan­des Rhein­land-Pfalz beim Bund und für Euro­pa, für Medi­en und Digitales 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Damit zen­tra­le Zie­le und Maß­nah­men im Bereich der Digi­ta­li­sie­rung für die kom­men­den Jah­re gebün­delt wer­den, hat die rhein­land-pfäl­zi­sche Lan­des­re­gie­rung die Stra­te­gie für das digi­ta­le Leben – „Rhein­land-Pfalz digi­tal. Wir ver­net­zen Land und Leu­te“ auf­ge­setzt. Die Digi­tal­stra­te­gie des Lan­des Rhein­land-Pfalz wird in den kom­men­den Jah­ren wei­ter umge­setzt werden. 

Im fol­gen­den wer­den die ein­zel­nen Berei­che der Digi­tal­stra­te­gie des Lan­des Rhein­land-Pfalz vor­ge­stellt. Anhand von Bei­spie­len wird gezeigt, was der digi­ta­le Wan­del für das Leben in den rhein­land-pfäl­zi­schen Gemein­den bedeutet. 

Breitband

Ohne Netz ist nix los! Eine zukunfts­fä­hi­ge digi­ta­le Infra­struk­tur ist die Grund­vor­aus­set­zung, um Land und Leu­te zu vernetzen. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Grund­la­ge aller digi­ta­len Anwen­dun­gen ist der Breit­band­aus­bau mit Glas­fa­ser­ka­beln bis zu jedem Haus. Nur mit schnel­lem Inter­net las­sen sich bei­spiels­wei­se der Soft­ware-Inge­nieur und die Archi­tek­tin in der Eifel oder dem Wes­ter­wald nieder. 

Die Lan­des­re­gie­rung voll­zieht zügig den Netz­wech­sel vom Kup­fer zur Glas­fa­ser, um die Vor­aus­set­zun­gen für flä­chen­de­cken­de Giga­bit-Net­ze zu schaf­fen. Der Netz­in­fra­struk­tur­wech­sel gelingt leich­ter, wenn Syn­er­gien genutzt wer­den. Gemein­sam mit Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern der Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men und deren Ver­bän­den, den Kam­mern und den kom­mu­na­len Spit­zen­ver­bän­den hat das Land ein Netz­bünd­nis für Rhein­land-Pfalz gegründet. 

Der Sta­tus­be­richt vom Sep­tem­ber 2018 macht die Akti­vi­tä­ten und Aus­bau­leis­tun­gen der im Netz­bünd­nis für Rhein­land-Pfalz betei­lig­ten Akteu­re trans­pa­rent. Rhein­land-Pfalz hat in den letz­ten Jah­ren Tem­po beim Breit­band­aus­bau gemacht. Mit­te 2018 waren bereits 80,9 Pro­zent der rhein­land-pfäl­zi­schen Bür­ger und Bür­ge­rin­nen mit Band­brei­ten von min­des­tens 50 Mbit/s ver­sorgt. Das ist eine Stei­ge­rung um 74,1 Pro­zent­punk­te seit Ende 2010 und damit die höchs­te Zuwachs­dy­na­mik im gesam­ten Bun­des­ver­gleich. Bis 2020 stellt das Land Rhein­land-Pfalz ins­ge­samt 124,7 Mil­lio­nen Euro für den Breit­band­aus­bau bereit. Damit wer­den die Vor­aus­set­zun­gen für den Giga­bit- Aus­bau geschaf­fen, für den in den nächs­ten Jah­ren 575 Mil­lio­nen Euro bereit­ge­stellt werden. 

Zur Vor­aus­set­zung digi­ta­ler Teil­ha­be zählt auch die Ver­sor­gung mit öffent­li­chem WLAN. Mit dem Pro­gramm „WiFi4rlp“ wird das Land Rhein­land-Pfalz bis zum Ende der Legis­la­tur­pe­ri­ode min­des­tens 1000 freie WLAN-Hot­spots in 1000 Kom­mu­nen errichten. 

Bildung

Digi­ta­le Bil­dung und der Erwerb digi­ta­ler Kom­pe­ten­zen ent­schei­den zuneh­mend über Berufs- und Lebens­chan­cen und sind Vor­aus­set­zung für eine selbst­be­stimm­te und sou­ve­rä­ne Teil­ha­be an einer digi­ta­li­sier­ten Lebenswelt. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Die Lan­des­re­gie­rung unter­stützt den Erwerb und die Wei­ter­ent­wick­lung digi­ta­ler Kom­pe­ten­zen ent­lang der gesam­ten Bildungskette. 

Das Leh­ren und Ler­nen mit und über digi­ta­le Medi­en und Werk­zeu­ge wird, nach­dem es in allen wei­ter­füh­ren­den Schu­len durch das Lan­des­pro­gramm „Medi­en­kom­pe­tenz macht Schu­le“ ver­an­kert ist, schritt­wei­se bis zum Jahr 2023 auch an allen Grund­schu­len ein­ge­führt. So kön­nen die Grund­schu­len eige­ne Lern­sze­na­ri­en für ein schü­ler­ori­en­tier­tes, selbst­ge­steu­er­tes und indi­vi­du­el­les Ler­nen mit digi­ta­len Medi­en ent­wi­ckeln und erpro­ben. Ein Schwer­punkt wird auf der Aus‑, Fort- oder Wei­ter­bil­dung unse­rer über 40.000 im Dienst befind­li­chen Lehr­kräf­te liegen.

Bis zum Jahr 2021 steht der „Schul­cam­pus RLP“ als ein ein­heit­li­ches, ein­fach bedien­ba­res, orts- und zeit­un­ab­hän­gig nutz­ba­res Online-Por­tal zur Ver­fü­gung. Er bie­tet ein­fa­che Zugriffs­mög­lich­kei­ten auf Diens­te zur Zusam­men­ar­beit im Rah­men des Unter­richts, wie zum Bei­spiel eine zen­tra­le Datei­ab­la­ge mit Such- und Tausch­funk­tio­nen (Cloud) und ein E‑Mail-Post­fach für Lehr­kräf­te. Für den Ein­satz digi­ta­ler, inklu­si­ons­för­dern­der Lehr- und Lern­mit­tel wird das Land Rhein­land-Pfalz die bestehen­de Infra­struk­tur und das Sys­tem der Schul­buch­aus­lei­he anpas­sen. Das Land unter­stützt auch die Arbeit mit digi­ta­len Medi­en in Kindertagesstätten.

Wirtschaft

Die rhein­land-pfäl­zi­sche Wirt­schaft ist das Rück­grat für den Wohl­stand im Land. Sie wird auch in der Zukunft stark und wett­be­werbs­fä­hig sein, egal ob im Mit­tel­stand oder der Industrie. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Die digi­ta­le Trans­for­ma­ti­on in den Betrie­ben stellt eine Her­aus­for­de­rung dar, sie ist zugleich Impuls­ge­ber für Inno­va­tio­nen in den Anwen­der­bran­chen: für die Gestal­tung neu­er Pro­duk­te, Diens­te, Pro­zes­se und Geschäftsmodelle. 

Indus­trie­be­trie­be sind in Rhein­land-Pfalz nahe­zu flä­chen­de­ckend ver­teilt. Vie­le Hid­den Cham­pions sit­zen nicht in Ober­zen­tren, son­dern bei­spiels­wei­se in der Eifel oder im Wes­ter­wald. Unter den Bedin­gun­gen der Digi­ta­li­sie­rung – ins­be­son­de­re im Rah­men auch von „Indus­trie 4.0“ – sind sie in der Lage, ihre Pro­duk­ti­on in die glo­ba­le Wert­schöp­fungs­ket­te ein­zu­bet­ten oder in Echt­zeit mit ihren inter­na­tio­na­len Stand­or­ten zu kom­mu­ni­zie­ren. Die Digi­ta­li­sie­rung ist eben­so eine Chan­ce für zahl­rei­che Hand­werks­be­trie­be. Auch in der Land­wirt­schaft und dem Wein­bau hat sich die Ein­füh­rung von Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­sen unter dem Begriff „Smart Far­ming“ eta­bliert. „Smart Farming“-Technologien spa­ren Zeit, scho­nen die Tier- und Pflan­zen­welt und hel­fen, mit den Aus­wir­kun­gen des Kli­ma­wan­dels umzugehen. 

Ver­an­stal­tun­gen und Publi­ka­tio­nen zum The­ma Indus­trie 4.0 in Rhein­land-Pfalz bie­tet die Zukunfts­in­itia­ti­ve Rhein­land-Pfalz an: www​.zirp​.de

Der tech­no­lo­gi­sche Wan­del in der Mobi­li­tät wird von Inno­va­tio­nen getrie­ben, die das auto­ma­ti­sier­te, auto­no­me und das ver­netz­te Fah­ren ermög­li­chen. Neue Fahr­zeu­ge bie­ten erheb­li­che Markt­chan­cen für die rhein­land-pfäl­zi­schen Indus­trie- und Logis­tik­un­ter­neh­men. Dazu gilt es, inno­va­ti­ve Tech­no­lo­gie­kon­zep­te, Ver­än­de­run­gen der Wert­schöp­fungs­ket­te und ver­än­der­te Kom­pe­tenz­an­for­de­run­gen im Blick zu behalten. 

Energie

Der Aus­bau von erneu­er­ba­ren Ener­gien, die Stei­ge­rung von Ener­gie­ef­fi­zi­enz und die Ener­gie­ein­spa­rung sind die wesent­li­chen Säu­len für die Energiewende.

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Die Digi­ta­li­sie­rung wird uns dabei hel­fen, die Struk­tu­ren der Ener­gie­wen­de im Land effi­zi­ent und kos­ten­güns­tig wei­ter­zu­ent­wi­ckeln sowie kli­ma- und res­sour­cen­scho­nend zu handeln. 

Ein Bei­spiel für die För­de­rung intel­li­gen­ter kom­mu­na­ler Netz­wer­ke ist das „Regio­na­le Ver­bund­sys­tem West­ei­fel“. Alle rele­van­ten Infra­struk­tu­ren wie Trink­was­ser, Strom, Erd­gas, Bio­gas und Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on wer­den intel­li­gent und spar­ten­über­grei­fend aus­ge­baut. Zukünf­tig wer­den alle Daten über Ener­gie­ver­bräu­che und erwar­te­te Erzeu­gungs­men­gen im intel­li­gen­ten kom­mu­na­len Netz abge­ru­fen und die Ener­gie­flüs­se unter Ein­be­zie­hung vor­han­de­ner Spei­cher­ka­pa­zi­tä­ten mög­lichst effi­zi­ent gesteuert.

Um zukunfts­wei­sen­de Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­te in der Ener­gie­wen­de zu unter­stüt­zen, star­tet die Lan­des­re­gie­rung ab 2019 einen lan­des­wei­ten Wett­be­werb „Digi­ta­le Leucht­tür­me der Ener­gie­wen­de“. Die Lan­des­re­gie­rung will auch im Ener­gie­be­reich zu inno­va­ti­ven Pro­jek­ten anre­gen und Star­tups fördern.

Zudem unter­stützt die Lan­des­re­gie­rung Betrie­be bei der Opti­mie­rung des Res­sour­cen­ein­sat­zes ins­be­son­de­re durch die Digi­ta­li­sie­rung von Pro­duk­ti­ons­pro­zes­sen. Dazu wur­de 2017 das Pilot­pro­jekt des Effi­zi­enz­net­zes Rhein­land-Pfalz (Eff­Net®) „Eff­Check –Indus­trie 4.0“ gestar­tet. Dabei wer­den die Unter­neh­men beim Start in eine effi­zi­en­te moder­ne indus­tri­el­le Pro­duk­ti­on vor allem im Hin­blick auf die Res­sour­cen­ef­fi­zi­enz begleitet. 

Demografie

Die Lan­des­re­gie­rung will ver­stärkt digi­ta­le Anwen­dun­gen nut­zen, um den demo­gra­fi­schen Wan­del für alle Genera­tio­nen zu gestal­ten und um unse­re länd­li­chen Regio­nen lebens­wert zu halten.

(Foto: iStock/Silvia Jansen)
(Foto: iStock/Silvia Jansen)

Denn die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten kön­nen uns hel­fen, das Leben in der Gemein­de ein­fa­cher und unkom­pli­zier­ter zu organisieren. 

Des­we­gen wird jedes Dorf in Rhein­land-Pfalz zum „Digi­ta­len Dorf“. Die in Betz­dorf-Geb­hard­s­hain im Land­kreis Alten­kir­chen (Wes­ter­wald) sowie Eisen­berg und Göll­heim im Land­kreis Don­ners­berg­kreis (Pfalz) als Test­re­gio­nen in Koope­ra­ti­on mit dem Fraun­ho­fer IESE ent­wi­ckel­ten Zukunfts­kon­zep­te für den länd­li­chen Raum – vom Online-Markt­platz bis zum digi­ta­len Lie­fer­ser­vice – kön­nen flä­chen­de­ckend im gan­zen Land genutzt werden.

Die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten brin­gen neue, vir­tu­el­le, zeit- und orts­un­ab­hän­gi­ge Arbeits­mo­del­le her­vor. Cowor­king Spaces, also gemein­sam genutz­te Miet­bü­ros, bie­ten neue For­men der Arbeit. Dadurch wird wohn­ort­na­hes Arbei­ten ermög­licht, der loka­le Kon­sum und die loka­le Gemein­schaft gestärkt.

Modell­pro­jekt Cowor­king Space im länd­li­chen Raum: www​.schreib​tischin​pru​em​.de

Die Lan­des­re­gie­rung macht die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger fit für den all­täg­li­chen Umgang mit neu­en Medi­en. In Rhein­land-Pfalz haben sich an über 60 Stand­or­ten PC- und Inter­net-Treffs für älte­re Men­schen eta­bliert. In den regio­na­len Treffs wer­den die Hil­fe­su­chen­den von gleich­alt­ri­gen ehren­amt­li­chen Inter­net-Tuto­rin­nen und ‑Tuto­ren beim Ein­stieg in die digi­ta­le Welt unter­stützt. Eben­falls erhal­ten über das Ser­vice­por­tal „Sil­ver Tipps – sicher online!“ älte­re Online­rin­nen und Onliner ver­ständ­li­che und wer­be­freie Ant­wor­ten im Umgang mit dem Inter­net und bau­en so Berüh­rungs­ängs­te ab. 

Gesundheit

Im Mit­tel­punkt der rhein­land-pfäl­zi­schen Gesund­heits­po­li­tik ste­hen die Menschen.

(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Stadt oder Land, Jung oder Alt: Jede Bür­ge­rin und jeder Bür­ger in Rhein­land-Pfalz hat einen Anspruch auf die Gewähr­leis­tung einer gesund­heit­li­chen und pfle­ge­ri­schen Ver­sor­gung, die qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig, bezahl­bar und in der Zukunft sicher ist. Durch die Digi­ta­li­sie­rung ent­ste­hen gera­de für den länd­li­chen Raum neue Impul­se für inno­va­ti­ve Behandlungskonzepte.

Gemein­sam mit Part­nern aus dem Gesund­heits­we­sen hat die Lan­des­re­gie­rung das Zukunfts­pro­gramm „Gesund­heit und Pfle­ge – 2020“ ent­wi­ckelt. Es wird sich für die Umset­zung der Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur und die Ein­füh­rung der elek­tro­ni­schen Pati­en­ten­ak­ten ein­ge­setzt. Das Pro­jekt „EHeR•versorgt“ wur­de von der Lan­des­re­gie­rung initi­iert, um eine flä­chen­de­cken­de, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung von Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten mit Herz­in­suf­fi­zi­enz zu unter­stüt­zen. Mit dem geför­der­ten Pro­jekt soll mit Hil­fe von Tele­mo­ni­to­ring, auch zwi­schen den Arzt­be­su­chen, die Ver­sor­gung der Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sicher­ge­stellt sein.

Die Lan­des­re­gie­rung för­dert unter ande­rem das Pro­jekt „STu­Di“, des­sen Abkür­zung für „Smart Home Tech­nik und Dienst­leis­tung für ein unab­hän­gi­ges Leben zu Hau­se“ steht. Bis zu 100 Haus­hal­te in Trier und im Land­kreis Trier-Saar­burg wer­den mit soge­nann­ten Ambi­ent Assis­ted Living-(AAL-)Technologien wie Sen­so­rik aus­ge­stat­tet. Ambi­ent Assis­ted Living umfasst ein gan­zes Sys­tem an Lösun­gen, um die Pfle­ge von älte­ren Per­so­nen und von Per­so­nen mit Han­di­cap zu ver­ein­fa­chen, und unter­liegt der stän­di­gen Weiterentwicklung.

Arbeit

Einen beson­ders gro­ßen Wan­del, den die Digi­ta­li­sie­rung mit sich bringt, sind die ver­än­der­ten Ansprü­che, die sie an unse­re Qua­li­fi­ka­tio­nen stellt. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Betrie­be müs­sen ihre Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter wei­ter­bil­den und ihnen die Angst vor den digi­ta­len Anwen­dun­gen neh­men. Die Lan­des­re­gie­rung wird die beruf­li­che Anpas­sung an die Digi­ta­li­sie­rung der Berufs­welt unter­stüt­zen. Dies wird auch in der Fach­kräf­testra­te­gie für Rhein­land-Pfalz unter­mau­ert, die von den Part­nern des „Ova­len Tisches“ für Aus­bil­dung und Fach­kräf­te­si­che­rung ent­wi­ckelt und fort­ge­schrie­ben wur­de. Die Lan­des­re­gie­rung trägt dadurch gemein­sam mit den Sozi­al­part­nern dafür Sor­ge, dass die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger von der Digi­ta­li­sie­rung der Arbeits­welt pro­fi­tie­ren kön­nen. Gute Arbeits­be­din­gun­gen, fai­re Löh­ne und ein ange­mes­se­ner Arbeits­schutz müs­sen auch im digi­ta­len Zeit­al­ter gewähr­leis­tet sein.

Der Ort, von dem aus die Arbeit ver­rich­tet wird, und der Zeit­raum, in dem dies geschieht, kann durch die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten ange­passt wer­den: an die Zei­ten und Orte der Fami­lie, das Ehren­amt, die Frei­zeit und Erho­lung. Neben den posi­ti­ven Aus­wir­kun­gen auf die Arbeits­welt kann sie aber auch zu nega­ti­ven Belas­tun­gen füh­ren. Die „Ent­gren­zung“ von Arbeit und Pri­vat­le­ben ist eine Gefahr. Nicht für jede und jeden ist die Fle­xi­bi­li­sie­rung von Arbeits­zeit und Arbeits­ort ein Gewinn. Des­halb ist auch eine akti­ve Beglei­tung der Arbeit­neh­me­rin­nen und Arbeit­neh­mer in den Ver­än­de­rungs- und Anpas­sungs­pro­zes­sen der digi­ta­len Welt über­aus wichtig. 

Wissenschaft

Unse­re Hoch­schu­len und For­schungs­ein­rich­tun­gen sind auf dem neu­es­ten Stand. Hoch­schu­len haben bei der Digi­ta­li­sie­rung eine mehr­fa­che Funk­ti­on: Sie sind die Orte, an denen tech­no­lo­gi­sche Inno­va­tio­nen erforscht und ent­wi­ckelt wer­den. Außer­dem sind sie Orte der Ver­mitt­lung von Wis­sen um digi­ta­le Pro­zes­se und deren Konsequenzen. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

In Zukunft soll der Ein­satz digi­ta­ler Lehr- und Lern­me­tho­den in Rhein­land-Pfalz über­all dort erfol­gen, wo er zu höhe­rer Qua­li­tät, Effek­ti­vi­tät oder Effi­zi­enz der Leh­re bei­trägt. Die Lan­des­re­gie­rung setzt die För­de­rung des Vir­tu­el­len Cam­pus Rhein­land-Pfalz (VCRP) fort und unter­stützt die Hoch­schu­len bei der Wei­ter­ent­wick­lung einer abge­stimm­ten, moder­nen Lehr­in­fra­struk­tur. Digi­ta­le Lehr- und Lern­sze­na­ri­en und der Zugang zu Beratungs‑, Qua­li­fi­zie­rungs- und Unter­stüt­zungs­leis­tun­gen wer­den dadurch ermöglicht.

Die Hoch­schu­len im Land set­zen bis 2020 im Rah­men der drit­ten Pha­se des Hoch­schul­pak­tes zahl­rei­che Pro­jek­te um. Schwer­punk­te lie­gen dabei in den Pro­gramm­be­rei­chen „Qua­li­tät der Leh­re“ sowie „Erhö­hung der Durch­läs­sig­keit zwi­schen beruf­li­cher und aka­de­mi­scher Bildung“. 

Zudem wird die Lan­des­re­gie­rung ein Pro­gramm zur För­de­rung von offe­nen Bil­dungs­ma­te­ria­li­en, soge­nann­ten Open Edu­ca­tio­nal Resour­ces (OER), auf­le­gen. Durch eine ent­spre­chen­de Lizen­zie­rung sind bei­spiels­wei­se Text­bü­cher, Arbeits­blät­ter und Vide­os zur Ver­wen­dung sowie indi­vi­du­el­len Anpas­sung frei­ge­ge­ben. Hier­durch soll eine wach­sen­de Aus­wahl an frei nutz­ba­ren Bil­dungs­me­di­en entstehen.

Verwaltung

Die Ver­wal­tung der Zukunft soll bür­ger­freund­lich sein und die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten klug ein­set­zen, um läs­ti­ge Amts­we­ge und War­te­zei­ten zu erspa­ren, um effi­zi­en­ter zu wirt­schaf­ten und den Beschäf­tig­ten fle­xi­ble­re Arbeits­zeit­mo­del­le zu ermöglichen.

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Digi­ta­le Ver­wal­tung gewinnt ins­be­son­de­re im länd­li­chen Raum an Bedeu­tung ange­sichts der Ent­fer­nun­gen zu den Behör­den. Auch für den Mit­tel­stand trägt eine digi­ta­le Ver­wal­tung zur Ent­bü­ro­kra­ti­sie­rung und zur Beschleu­ni­gung von Ver­fah­ren bei. 

Bereits im Jahr 2014 hat die Lan­des­re­gie­rung mit dem Rhein­land-Pfalz Por­tal – ein gemein­sa­mes Por­tal von Land und Kom­mu­nen – die digi­ta­le Tür zur Ver­wal­tung rund um die Uhr geöff­net. Bür­ge­rin­nen, Bür­ger und Unter­neh­men der Modell­kom­mu­ne Cochem-Zell kön­nen mit einem ein­zi­gen Ser­vice­kon­to alle Online-Ser­vices der Ver­wal­tung in Rhein­land-Pfalz nut­zen. Alle Nach­wei­se und Anträ­ge sol­len digi­tal ein­ge­reicht wer­den kön­nen. Ziel ist, dass die­ses Modell auf das gan­ze Land aus­ge­dehnt wer­den kann. Damit dies gelingt, wol­len Land und Kom­mu­nen im Zusam­men­wir­ken mit dem Bund und den ande­ren Bun­des­län­dern das Online­zu­gangs­ge­setz, wel­ches im August 2017 in Kraft getre­ten ist, mit der Ein­füh­rung eines bun­des­wei­ten Por­tal­ver­bun­des und eines nut­zer­freund­li­chen Ser­vice­kon­tos umsetzen.

Die digi­ta­le Lan­des­ver­wal­tung ist auf kom­pe­ten­tes und moti­vier­tes Per­so­nal ange­wie­sen. Hier­zu müs­sen die Bediens­te­ten neue Kom­pe­ten­zen durch Fort- und Wei­ter­bil­dungs­maß­nah­men erwer­ben. Die Aus­bil­dung neu­er Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die Ver­ständ­nis für Geschäfts- und Digi­ta­li­sie­rungs­pro­zes­se haben, ist beson­ders wich­tig für die Ver­wal­tun­gen im Land. Die Lan­des­re­gie­rung rich­tet daher nach dem Vor­bild einer „E‑Go­ver­nan­ce-Aca­de­my“ das Schwer­punkt­fach „E‑Governance“ ein.

Sicherheit

Eine erfolg­rei­che Digi­ta­li­sie­rung braucht Sicher­heit und Schutz. Die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger müs­sen sich auf einen umfas­sen­den Schutz und die siche­re Ver­ar­bei­tung ihrer Daten in den Ver­wal­tun­gen des Lan­des ver­las­sen können. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Auch die Kom­mu­nen und die Unter­neh­men müs­sen sich vor Cyber­an­grif­fen schüt­zen und auch wir­kungs­voll geschützt wer­den. Ein gemein­sa­mes und ver­netz­tes Vor­ge­hen aller Betei­lig­ten im Feld der Cyber­si­cher­heit ist dafür not­wen­dig. Ein regel­mä­ßig statt­fin­den­der Cyber­si­cher­heits­kon­gress leis­tet hier­zu einen ent­schei­den­den Bei­trag. Infor­ma­tio­nen aus einer Hand erleich­tern den Umgang mit den sicher­heits­be­zo­ge­nen Chan­cen und Risi­ken des digi­ta­len Wan­dels. Aus die­sem Grund stellt das Land seit 2019 eine zen­tra­le Anlauf­stel­le bei Fra­gen rund um das The­ma Cyber­si­cher­heit bereit.

Es geht jedoch um mehr als Gefah­ren­ab­wehr. Rhein­land-Pfalz setzt auf die digi­ta­len Mög­lich­kei­ten für eine moder­ne Sicher­heits­ar­chi­tek­tur des Lan­des, die den Men­schen Schutz in Not­la­gen bie­tet. Die Lan­des­re­gie­rung errich­tet der­zeit ein digi­ta­les Alar­mie­rungs­sys­tem für die Ein­sät­ze des Brand­schut­zes, der all­ge­mei­nen Hil­fe und des Kata­stro­phen­schut­zes. Durch neue Tech­ni­ken wird es allen Leit­stel­len (110- und 112-Not­ruf­ab­fra­ge­stel­len) mög­lich sein, die ein­ge­hen­den Not- und Tele­fon­ru­fe sowie ande­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te der Leit­stel­len abzu­fra­gen und mit höchs­ter Ver­füg­bar­keit an Kom­mu­ni­ka­ti­ons­part­ner im Telefon‑, Digi­tal- oder Ana­log­funk­netz zu ver­mit­teln. Zudem wird die rhein­land-pfäl­zi­sche Poli­zei den Bür­ge­rin­nen und Bür­gern die Mög­lich­keit anbie­ten, Straf­an­zei­gen über das Inter­net zu erstatten. 

Datenschutz/Verbraucherschutz

Der Ver­brau­che­rin und dem Ver­brau­cher ist es oft­mals gar nicht bewusst, was das Set­zen eines Häk­chens im Inter­net eigent­lich bedeu­tet oder war­um er oder sie ange­pass­te Pro­dukt­emp­feh­lun­gen auf der Time­li­ne des Nach­rich­ten­diens­tes sieht. 

(Foto: iStock/ArisSu)
(Foto: iStock/ArisSu)

Algo­rith­men neh­men dabei eine wich­ti­ge Rol­le ein. Dies kann ganz im Sin­ne der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer sein, wenn das Navi­ga­ti­ons­ge­rät bei Stau die Umfah­rung auto­ma­tisch errech­net. Algo­rith­men kön­nen aber auch dis­kri­mi­nie­rend sein, wenn sie zum Bei­spiel dar­über ent­schei­den, wel­che Bewer­bun­gen erfolg­reich sind.

Die Lan­des­re­gie­rung stärkt die Arbeit der unab­hän­gi­gen Ver­brau­cher­zen­tra­le Rhein­land-Pfalz e. V., die Ver­brau­che­rin­nen und Ver­brau­chern als zen­tra­le und kom­pe­ten­te Ansprech­part­ne­rin zu vie­len The­men zur Sei­te steht. Ob Tele­fon- und Inter­net­ver­trä­ge, Digi­tal­fern­se­hen, Inter­net­si­cher­heit oder ver­netz­te Gerä­te – im Rah­men des von der Lan­des­re­gie­rung geför­der­ten Pro­jekts „Digi­ta­le Medi­en“ infor­miert die Ver­brau­cher­zen­tra­le zu aktu­el­len Markt­ent­wick­lun­gen, Ver­brau­cher­the­men und ‑risi­ken. Ein neu­es Semi­nar­an­ge­bot schult ins­be­son­de­re die älte­re Genera­ti­on im Umgang mit Smart­pho­nes und Tablets. Die Ver­brau­cher­zen­tra­le Rhein­land-Pfalz e. V. führt im Rah­men der Lan­des­för­de­rung regel­mä­ßig klei­ne­re Markt­checks zu digi­ta­len Ange­bo­ten, zum Bei­spiel zum digi­ta­len Nach­lass oder zur Pass­wort­si­cher­heit, durch. Außer­dem steht ihr ein Pro­zess­kos­ten­fonds zur Ver­fü­gung, um die Unter­las­sung unse­riö­ser Geschäfts­prak­ti­ken – wenn nötig auf dem Kla­ge­weg – ein­for­dern zu können.

Teilhabe

In einer digi­ta­len Gesell­schaft ent­ste­hen neue Chan­cen für gesell­schaft­li­che Teil­ha­be. Neue Wege der poli­ti­schen Mit­ge­stal­tung und Par­ti­zi­pa­ti­on wer­den möglich. 

(Foto: Staatskanzlei/Frey)
(Foto: Staatskanzlei/Frey)

Damit die­se Teil­ha­be auch für Men­schen mit Behin­de­run­gen und Men­schen mit ande­ren Her­aus­for­de­run­gen wie einer nach­las­sen­den Seh­kraft rea­li­siert wer­den kann, ist die Umset­zung von bar­rie­re­frei­er digi­ta­ler Infra­struk­tur eine unbe­ding­te Vor­aus­set­zung. Alle Refe­ra­te für Öffent­lich­keits­ar­beit der Minis­te­ri­en haben an Schu­lun­gen zu Bar­rie­re­frei­heit im Inter­net teilgenommen.

Die Digi­ta­li­sie­rung erhält auch immer stär­ke­ren Ein­zug in das bür­ger­schaft­li­che Enga­ge­ment. Des­halb wird die Lan­des­re­gie­rung auch in den fol­gen­den Jah­ren den erfolg­rei­chen Wett­be­werb Ehren­amt 4.0 wei­ter­füh­ren. Das Land schafft dadurch dem digi­ta­len bür­ger­schaft­li­chen Enga­ge­ment eine grö­ße­re Auf­merk­sam­keit und eine ange­mes­se­ne gesell­schaft­li­che Wert­schät­zung gegen­über die­ser Art des Ehren­amts. Zudem wird Rhein­land-Pfalz das Erfolgs­pro­jekt FSJ_digital wei­ter­füh­ren. Das FSJ_digital ist eine gelun­ge­ne Wei­ter­ent­wick­lung des klas­si­schen Frei­wil­li­gen Sozia­len Jah­res. Jun­ge Men­schen kön­nen neue, wert­vol­le Erfah­run­gen im digi­ta­len und media­len Bereich sammeln. 

Als ers­tes Flä­chen­land in der Bun­des­re­pu­blik über­haupt hat die Lan­des­re­gie­rung poli­ti­sche Ent­schei­dun­gen auf der Trans­pa­renz­platt­form des Lan­des Rhein­land-Pfalz nach­voll­zieh­bar gemacht und för­dert dadurch demo­kra­ti­sche Mei­nungs­bil­dung. Infor­ma­tio­nen ermög­li­chen Mit­re­den und Mit­ge­stal­ten in unse­rer Demo­kra­tie. Bar­rie­re­frei­heit im Netz braucht neben tech­ni­scher vor allem redak­tio­nel­le Kompetenz.