Gerolstein (Eifel) – In der Verbandsgemeinde Gerolstein dienen smarte Sitzbänke als moderne Begegnungsorte mit digitalem Mehrwert. Die Bänke nutzen Solarenergie zum Laden mobiler Endgeräte und werten durch LED-Licht dunkle Areale auf. Das Projekt beweist, dass moderne Infrastruktur im ländlichen Raum unkompliziert umsetzbar ist: Durch die autarke Technik und die einfache Montage auf Betonplatten bleibt der bauliche Aufwand gering. Seit fünf Jahren bewähren sich die robusten Möbel im täglichen Einsatz.

Smarte Sitzbänke: Autarke Technik für den öffentlichen Raum
Smarte Sitzbänke sind moderne Stadtmöbel, die weit mehr bieten als einen Platz zum Ausruhen. Das Herzstück der Bank ist ein in die Sitzfläche integriertes Photovoltaik-Panel. Dieses wandelt Sonnenlicht in elektrische Energie um und speichert sie in einem internen Akku. Der große Vorteil für Kommunen: Die Bänke funktionieren energieautark. Es müssen keine teuren Stromkabel verlegt werden. Das senkt die Installationskosten erheblich und erlaubt Standorte fernab der bestehenden Infrastruktur.
Die gespeicherte Energie dient primär dazu, mobile Endgeräte zu laden. Dies geschieht entweder klassisch über USB-Anschlüsse oder kabellos durch Induktion. Die Technik ist dabei modular aufgebaut. Je nach Bedarf lassen sich zusätzliche Funktionen wie WLAN-Hotspots, Sensoren für Umweltdaten oder sogar E‑Bike-Ladestationen integrieren.
Während smarte Bänke in manchen Städten nur ein kurzlebiger Trend waren, beweisen sie in der Verbandsgemeinde Gerolstein seit über fünf Jahren ihre Praxistauglichkeit. Dort tragen sie zur Aufenthaltsqualität und dank integrierter Beleuchtung auch zum Sicherheitsempfinden bei.
Beschreibung des Projektes
Der Anstoß für die Initiative in der Eifel war ein Wettbewerb des Energieversorgers evm. Die Stadt Hillesheim gewann dabei eine erste smarte Bank. Die positive Resonanz bestärkte die Abteilung für Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Gerolstein darin, das Konzept auf die gesamte Verbandsgemeinde auszuweiten. Das Ziel war klar: Moderne Stadtmöbel sollten als sichtbare Zeichen der Digitalisierung den öffentlichen Raum aufwerten und einen echten Alltagsnutzen bieten.
Die Verantwortlichen identifizierten zunächst zentrale Standorte mit hoher Besucherfrequenz. Die Wahl fiel unter anderem auf den Kyllpark in Gerolstein, das Rathaus in Jünkerath und die Tourist-Information in Stadtkyll. Ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl der Modelle war die integrierte Beleuchtung, um gezielt dunkle Ecken aufzuwerten.
Für die Finanzierung wurde über die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde das LEADER-Regionalbudget für Kleinstprojekte genutzt. Da die Gesamtkosten unter der Grenze von 20.000 Euro blieben, war ein unkomplizierter Förderantrag ohne aufwendige Ausschreibung möglich. Dementsprechend schnell ging auch alles: Auf die Bewerbung im März folgte bereits im Mai die Förderzusage. Im September desselben Jahres wurden die Bänke geliefert. Die Installation übernahmen die jeweiligen Gemeinden in Eigenleistung. Sie platzierten die Möbel unkompliziert auf vorbereiteten Betonplatten, was die Kosten für externe Dienstleister minimierte.
Wie funktioniert es?
Die Nutzung der smarten Sitzbänke ist für Bürger und Gäste denkbar einfach. Wer sein Smartphone laden möchte, legt das Gerät auf das markierte Induktionsfeld der Sitzfläche oder nutzt ein mitgebrachtes USB-Kabel. Da der Strom direkt aus dem integrierten Akku kommt, ist das Laden rund um die Uhr möglich – unabhängig von der aktuellen Sonneneinstrahlung.
Für die Verwaltung bietet das System ein digitales Backend zur Fernüberwachung. Über diese Online-Plattform kann die Wirtschaftsförderung in Echtzeit Daten abrufen. Dazu gehören die Anzahl der Ladevorgänge, der aktuelle Akkuzustand und die Außentemperatur. Ein wesentlicher Vorteil ist die Steuerung der Beleuchtung: Die Verantwortlichen können die Leuchtzeiten der LEDs im Backend flexibel anpassen, um sie beispielsweise auf die Dämmerungsphasen oder lokale Veranstaltungen abzustimmen.
An den gewählten Standorten im Gerolsteiner Land war teilweise bereits öffentliches WLAN vorhanden. Daher entschied man sich gegen zusätzliche WLAN-Module in den Bänken, um die Technik schlank und wartungsarm zu halten. Auch die Instandhaltung ist unkompliziert: Die regelmäßige Pflege und Wartung der Bänke übernimmt das Personal vor Ort. Hierfür stellt der Hersteller ein spezielles Wartungskit zur Verfügung, das Ersatzteile wie zum Beispiel neue USB-Steckdosen enthält.

Die smarten Bänke stehen an Orten mit viel Publikumsverkehr. Neben der Möglichkeit, das Smartphone aufzuladen, dienen sie zur Beleuchtung. Gerade Orte wie hier im Park lassen sich mit konventionellen Lampen mit Stromanschluss nur sehr aufwendig beleuchten.
Was hat sich durch das Projekt geändert?
Die Einführung der smarten Sitzbänke hat die Aufenthaltsqualität an den zentralen Plätzen im Gerolsteiner Land verbessert. Besonders in den Sommermonaten und an Wochenenden nutzen Bürger und Touristen das Angebot intensiv. An besucherstarken Tagen verzeichnet eine einzelne Bank bis zu 30 Ladevorgänge.
Auch das Sicherheitsgefühl an den Standorten hat sich positiv entwickelt. Die integrierte Beleuchtung erhellt ehemals dunkle Bereiche, wie den Kyllpark, ohne dass die Gemeinde in teure Erdarbeiten für Stromkabel investieren musste. Entgegen anfänglicher Befürchtungen ist Vandalismus kein Problem. Die robuste Bauweise hat sich über fünf Jahre bewährt; in diesem Zeitraum gab es lediglich einen Vorfall mit Kratzern auf einer Sitzfläche.
Das Projekt dient zudem als Grundlage für künftige Erweiterungen. Aktuell gibt es Überlegungen, das Angebot um E‑Bike-Ladestationen oder zusätzliche Sensoren zu erweitern. Die Bänke haben somit nicht nur den Komfort erhöht, sondern können auch als Basis für eine wachsende digitale Infrastruktur genutzt werden.
So wurde es gemacht
Ziel
Das Hauptziel des Projektes war es, die Aufenthaltsqualität in den Ortskernen und an touristischen Schwerpunkten der Verbandsgemeinde nachhaltig zu steigern. Dabei sollte moderne Technologie für Bürger und Gäste im Alltag direkt erlebbar und nützlich werden. Ein wesentlicher Aspekt war zudem die Verbesserung der Beleuchtung an neuralgischen Punkten: Die Bänke sollten dunkle Plätze beleuchten und aufwerten, ohne dass aufwendige und teure Erdarbeiten für neue Stromanschlüsse nötig sind.
Vorgehen
Der Weg zum flächendeckenden Einsatz begann mit einem Pilotversuch in der Stadt Hillesheim. Diese hatte sich erfolgreich an einem Wettbewerb des Energieversorgers evm beteiligt und die Aufstellung einer ersten smarten Sitzbank gewonnen. Das neue Stadtmöbel wurde positiv aufgenommen und intensiv genutzt. Diese Praxiserfahrung bestärkte die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Gerolstein darin, das Konzept auf mehr Standorte in der Verbandsgemeinde auszuweiten.
Zunächst identifizierten die Verantwortlichen weitere publikumswirksame Standorte mit hoher Passantenfrequenz bzw. zusätzlichem Beleuchtungsbedarf. Eine Marktrecherche führte zur Auswahl des Anbieters Messwerk, dessen System durch Robustheit und modulare Erweiterbarkeit überzeugte. Um den bürokratischen Aufwand gering zu halten, plante die Wirtschaftsförderung das Vorhaben gezielt als LEADER-Kleinstprojekt mit einem Budget von unter 20.000 Euro. Dies ermöglichte eine schnelle Abwicklung ohne langwierige Ausschreibungsverfahren.
Die Umsetzung erfolgte schnell: Auf den Förderantrag im März folgte die Bewilligung bereits im Mai. Nach der Lieferung der Bänke wurden diese noch mit dem Logo der Verbandsgemeinde beklebt. Im September montierten die jeweiligen Ortsgemeinden die Bänke in Eigenleistung auf einfachen Betonplatten. Um einen langfristig reibungslosen Betrieb sicherzustellen, wurden zusätzlich spezielle Wartungskits mit den wichtigsten Ersatzteilen beschafft. So können die Hausmeister vor Ort kleine Instandsetzungen sowie die regelmäßige Pflege der Möbel eigenständig und ohne externe Dienstleister durchführen.
Aufwand
Der finanzielle Aufwand für das Projekt blieb mit einer Gesamtsumme von 19.500 Euro netto überschaubar. Ein wesentlicher Teil dieser Kosten wurde durch das LEADER-Regionalbudget für Kleinstprojekte gedeckt. Die Förderquote betrug dabei 75 Prozent. Der Rest wurde aus Eigenmitteln erbracht.
Laufende Stromkosten fallen für die Gemeinden nicht an, da die Bänke ihre Energie autark über Sonnenlicht beziehen. Die Kosten für die Instandhaltung sind ebenfalls kalkulierbar: Ein Wartungskit inklusive notwendiger Ersatzteile kostet rund 118 Euro pro Einheit. Da die Möbel lediglich auf einfachen Betonplatten befestigt werden müssen, blieb auch der bauliche Aufwand bei der Aufstellung minimal.
Verantwortliche
Die Umsetzung des Projektes basierte auf einer engen Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Gerolstein übernahm die Federführung, koordinierte die Marktrecherche und stellte den zentralen Förderantrag. Die jeweiligen Ortsgemeinden waren für die Bereitstellung der Flächen und die praktische Aufstellung der Bänke verantwortlich. Den laufenden Betrieb, die Pflege und die technische Kontrolle übernehmen die örtlichen Hausmeister im Rahmen ihrer täglichen Arbeit. Der Anbieter Messwerk lieferte nicht nur die Hardware, sondern stellt auch das digitale Backend zur Fernüberwachung der Betriebsdaten bereit.
Erfolgsfaktoren
Maßgeblich für den Erfolg war die gezielte Auswahl von Standorten mit hoher Passantenfrequenz, wie etwa an Tourist-Informationen oder Rathäusern. Ein weiterer Pluspunkt war der Fokus auf die integrierte Beleuchtung: Sie schuf einen doppelten Mehrwert, indem sie neben dem digitalen Service auch das Sicherheitsgefühl an zuvor dunklen Orten verbesserte. Die Nutzung des LEADER-Regionalbudgets für Kleinstprojekte ermöglichte zudem eine schnelle und unbürokratische Finanzierung bei einer attraktiven Förderquote. Schließlich trug die Auswahl von sehr robuster, wartungsarmer Technik für die langanhaltende Nutzung bei.
Stolpersteine
Ein zentraler Stolperstein bei der Planung war die Abhängigkeit der Technik vom Sonnenlicht. Um eine ausreichende Ladeleistung zu garantieren, musste die Wirtschaftsförderung der Verbandsgemeinde Gerolstein Standorte mit starker Verschattung durch Bäume oder Gebäude von vornherein ausschließen. Ein weiteres Hindernis stellten die bürokratischen Hürden großer Förderprogramme dar. Um langwierige Ausschreibungsverfahren zu umgehen, begrenzte die Verwaltung das Budget bewusst auf unter 20.000 Euro. Dies erlaubte den Zugriff auf das deutlich unkompliziertere LEADER-Regionalbudget für Kleinstprojekte.
Ansprechpartner
Sollten Sie Fragen zum Projekt haben, können Sie sich an folgenden Ansprechpartner wenden:
Verbandsgemeinde Gerolstein – Strukturentwicklung und Wirtschaftsförderung
Stefan Mertes
Tel: 06591 13–1078
E‑Mail: stefan.mertes@gerolstein.de
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