Ahaus (Nordrhein-Westfalen) – Wer im Park spontan Fußball spielen oder picknicken möchte, scheitert gerne mal an fehlender Ausstattung oder geschlossenen Verleihstationen. In der Stadt Ahaus (ca. 40.000 Einwohner) ist das kein Problem: Mit einem digitalen Verleihschrank können Nutzer per QR-Code und Bluetooth Sport- und Spielgeräte unkompliziert ausleihen. Das System benötigt weder Personal noch einen festen Stromanschluss. Damit steigert die Stadt kosteneffizient die Aufenthaltsqualität im Schlosspark.

Autonomer Verleih durch Bluetooth und QR-Code
Der klassische Verleih von Spielgeräten oder anderen Gegenständen funktionieren meist über eine personell besetzte Ausgabe. Das bietet zwar Schutz vor Diebstahl, ist aber für die Kommune mit hohem Personalaufwand und für die Nutzer mit festen Öffnungszeiten verbunden. Digitale Verleihschränke lösen dieses Problem durch ein autonomes System.
Dabei handelt es sich um Schließfächer an öffentlichen Orten, in denen Spielzeuge, Sportgeräte und andere Gegenstände sicher aufbewahrt werden. Da die Gegenstände in Schließfächern liegen, sind sie gegen Vandalismus und Diebstahl geschützt.
Statt der Ausleihe bei einer Person funktioniert das Ganze digital: Über QR-Codes an den Schließfächern und eine App wählt man die Gegenstände aus. Die Steuerung erfolgt vollständig digital: An jedem Fach befindet sich ein QR-Code, der auf den entsprechende digitalen Verleihprozess verweist. Die eigentliche Entriegelung der Schlösser geschieht per Bluetooth über das Smartphone.
Ein entscheidender Vorteil für die Standortwahl ist die Unabhängigkeit der Hardware. Da das System mit langlebigen Batterien betrieben wird, benötigt der Schrank keinen Stromanschluss. So verbindet die Lösung die Sicherheit einer kontrollierten Ausgabe mit der Flexibilität einer vollautomatischen Infrastruktur, die rund um die Uhr zur Verfügung steht.
In der Stadt Ahaus steht daher ein solcher Verleihschrank im Schlosspark.
Beschreibung des Projektes
Im Zentrum der Stadt Ahaus (ca. 40.000 Einwohner) befindet sich das historische Schloss mit seinem weitläufigen Park. Das Ensemble dient sowohl Touristen als auch Einheimischen als zentraler Ort für Naherholung und Freizeitgestaltung. Im Rahmen der städtischen Digitalisierungsstrategie suchte die Verwaltung nach Wegen, die Aufenthaltsqualität im Park weiter zu steigern. Das Ziel war es, spontane sportliche Aktivitäten wie Fußball, Frisbee oder Seilspringen zu ermöglichen, ohne dass die Bürger die entsprechende Ausrüstung selbst mitbringen müssen.
In einer Kooperation zwischen der Stadt Ahaus, der Ahaus Marketing GmbH, dem IT-Dienstleister Tobit und dem Hersteller Spieleboxx wurde die Idee eines digitalen Verleihschranks realisiert. Als Standort wählten die Verantwortlichen eine Fläche in der Nähe des Spielplatzes aus. Da das System durch Batterietechnik und Bluetooth-Steuerung keinen Strom- oder Internetanschluss benötigt, gestaltete sich die Erschließung unkompliziert. Lediglich ein kleines Fundament war für den sicheren Stand des Schranks erforderlich, was in Abstimmung mit dem städtischen Bauamt umgesetzt wurde.
Der Verleihschrank im Ahauser Schlosspark war das Pilotmodell dieser Bauart. Die Investitionskosten für die Hardware und die Aufstellung beliefen sich auf einen Betrag im vierstelligen Bereich.
Wie funktioniert es?
Zum Ausleihen benötigen Nutzerinnen und Nutzer ein Smartphone mit Internetverbindung und Bluetooth-Funktion. In Ahaus funktioniert das Ausleihen über die eigene AhausSuperAPP oder die App „chayns“. Den gesamten Prozess führt man direkt am Verleihschrank aus.
An jedem Fach des Verleihschrankes ist ein individueller QR-Code angebracht. Möchte man den Gegenstand im entsprechenden Fach ausleihen, scannt man den QR-Code einfach ein. Bei dem anschließenden Online-Formular in der App gibt man die Dauer der Ausleihe an und bezahlt auch direkt die Ausleihgebühr. In Ahaus können Nutzer dafür Google Pay, Paypal oder den Ahausener Stadtgutschein nutzen.
Anschließend öffnet der Nutzer das Schloss per Bluetooth und kann den Gegenstand entnehmen. Zum Ende der Ausleihe öffnet der Nutzer das Schloss erneut per Bluetooth und legt den Artikel zurück. Alle Ausleihvorgänge werden digital protokolliert. Da jede Ausleihe einer Nutzer-ID zugeordnet werden kann, lässt sich jederzeit nachvollziehen, wer den Gegenstand wann hatte. Sollte ein Artikel fehlen, kann die Verwaltung über die hinterlegten Daten direkt mit der Person in Kontakt treten, die das Fach zuletzt genutzt hat.
Was hat sich durch das Projekt geändert?
Die Aufenthaltsqualität hat sich im Schlosspark Ahaus verbessert. Das Angebot wird rege genutzt. Spontane Aktivitäten wie Frisbee spielen oder Seil springen sind jetzt einfacher möglich.
Mehrere andere Kommunen sind dem Beispiel gefolgt und haben entsprechende Verleihschränke aufgestellt, zum Beispiel Bad Sasssendorf (Nordrhein-Westfalen, ca. 12.000 Einwohner) oder Friedberg (Hessen, ca. 30.000 Einwohner). Ein wichtiger Erfahrungswert betrifft die Finanzierung: In vielen Fällen konnten Kommunen die Anschaffung über das regionale LEADER-Programm fördern lassen. Je nach Region sind hierbei Förderquoten von bis zu 80 Prozent möglich.
Der Anbieter Spieleboxx hat sein Angebot um verschiedene Modelle erweitert. Eine Erstbefüllung mit unterschiedlichen Spielzeugen und Sportgeräten kann ebenfalls erworben werden.
So wurde es gemacht
Ziel
Die Stadt Ahaus wollte die Aufenthaltsqualität im zentralen Schlosspark weiter verbessern. Dabei sollten gerade auch digitale Mittel eingesetzt werden. So kam die Idee auf über niederschwelliges digital gestütztes Verleihangebot für Sport- und Spielgeräte spontane Freizeitaktivitäten zu fördern.
Vorgehen
Zunächst entwickelten die Stadt Ahaus, die Ahaus Marketing GmbH, der IT-Dienstleister Tobit und der Hersteller Spieleboxx gemeinsam die Idee für einen digitalen Verleihschrank. In der Planungsphase wählten die Beteiligten einen Standort im Schlosspark in der Nähe des Spielplatzes aus.
Für die Aufstellung stimmten sich die Verantwortlichen eng mit dem städtischen Bauamt ab. Für den sicheren Stand war ein kleines Fundament erforderlich. Da das System batteriebetrieben ist, entfielen zusätzliche Erdarbeiten für Strom- oder Internetleitungen. Parallel zur baulichen Vorbereitung richteten die Projektpartner die digitale Anbindung über das Betriebssystem chayns ein. Diese Infrastruktur war in Ahaus bereits aus anderen Digitalisierungsprojekten bekannt. Im Anschluss installierte der Hersteller die Hardware vor Ort. Danach bestückte das Projektteam den Schrank mit Spielgeräten und nahm das System in Betrieb.
Aufwand
Die Investitionskosten für die Anschaffung eines Verleihschranks inklusive der Erstbefüllung mit Sport- oder Spielgeräten belaufen sich auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Ein wesentlicher Faktor ist die mögliche Förderung: Über das LEADER-Programm können Kommunen je nach Region Zuschüsse von bis zu 80 Prozent der Projektkosten erhalten.
Der bauliche Aufwand ist gering. Erforderlich ist lediglich ein tragfähiges Fundament. Da das System batteriebetrieben ist und über Bluetooth kommuniziert, entfallen Erdarbeiten für Strom- oder Internetleitungen. Im laufenden Betrieb verursacht das System kaum Personalkosten. Die Verwaltung der Ausleihen, die Zahlungsabwicklung und die Nutzerkommunikation erfolgen automatisiert über die digitale Plattform. Der Wartungsaufwand beschränkt sich auf den gelegentlichen Austausch der Batterien in den Schlössern sowie eine regelmäßige Kontrolle der Spielgeräte auf Vollständigkeit und Unversehrtheit.
Verantwortliche
Die Gesamtkoordination des Projekts lag bei Ahaus Marketing. Das Team begleitete die Standortwahl und fungierte als zentrale Schnittstelle zwischen der Stadtverwaltung und den externen Dienstleistern.
Für die bauliche Vorbereitung und die Errichtung des Fundaments war das städtische Bauamt zuständig.
Der Hersteller Spieleboxx lieferte den Verleihschrank. Die digitale Infrastruktur – inklusive der App-Steuerung, der Nutzerverwaltung und der Zahlungsabwicklung – basiert auf dem Betriebssystem „chayns“ des IT-Dienstleisters Tobit.
Erfolgsfaktoren
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist die technologische Autarkie des Verleihschranks. Das System benötigt weder Strom- noch Internetkabel. So konnten die Verantwortlichen den Standort im Schlosspark flexibel wählen und den baulichen Aufwand minimieren.
Aus Nutzersicht ist das Angebot niedrigschwellig und ohne Medienbrüche nutzbar: Die Ausleihe läuft vollständig über die App – rund um die Uhr und direkt am Verleihschrank.
Durch die eindeutige Zuordnung der Ausleihen im digitalen System und die robuste Bauweise ist der Schrank zudem gut gegen Vandalismus und Diebstahl geschützt.
Stolpersteine
Eine zentrale Herausforderung bei der Installation im öffentlichen Raum ist die baurechtliche und gestalterische Abstimmung. Besonders in historisch sensiblen Bereichen wie einem Schlosspark müssen die Verantwortlichen den Standort sorgfältig auswählen. In Ahaus löste eine frühzeitige Einbindung des städtischen Bauamts diese Frage.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die Sorge vor Vandalismus und Diebstahl. Offen zugängliche Angebote sind häufig dem Risiko von Beschädigungen ausgesetzt. In Ahaus reduziert die robuste Bauweise des Schranks dieses Risiko. Zusätzlich schafft die digitale Ausleihe Transparenz: Das System protokolliert, wer welches Fach wann geöffnet hat. So lässt sich bei fehlenden Artikeln gezielt nachfassen.
Auch die Finanzierung kann zum Stolperstein werden. Die Investition im vierstelligen Bereich wirkt für manche Kommunen zunächst hoch. In mehreren Fällen erleichterten Fördermittel aus dem regionalen LEADER-Programm die Umsetzung. Kommunen sollten die Förderfähigkeit daher frühzeitig mit dem zuständigen Regionalmanagement klären.
Ansprechpartner
Sollten Sie Fragen zum Projekt haben, können Sie sich an folgenden Ansprechpartner wenden:
Anbieter der Verleihschränke:
Spieleboxxhttps://spieleboxx.chayns.site/
Für die Redaktion des Digital-Newsletters ist die Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz e. V. verantwortlich.
Der „Digital-Newsletter“ wird unterstützt von:

Teile dieses Artikels wurden auf Basis von Änderungsvorschlägen einer KI-Assistentin überarbeitet, um den Text präziser und lesefreundlicher zu gestalten.


