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Digitale Nachbarn: Senioren wollen ihre “Alexa” nicht mehr missen

Johann Leib

Erfreu­li­che Zwi­schen­bi­lanz bei den „Digi­ta­len Nach­barn“ in Zwei­brü­cken: Die Senio­rin­nen und Senio­ren, die am Modell­pro­jekt der Ent­wick­lungs­agen­tur Rhein­land-Pfalz teil­neh­men, wol­len ihre „Ale­xa“ nicht mehr mis­sen. Wie ihnen der Sprach­as­sis­tent im All­tag hilft, dar­über infor­mier­te sich Innen­staats­se­kre­tä­rin Nico­le Stein­gaß jetzt bei einem Besuch im DRK-Quar­tiers­treff „Breit­wie­sen“.


Der Kreis­ver­band Süd­west­pfalz des Deut­schen Roten Kreu­zes (DRK) hat­te neben der Staats­se­kre­tä­rin rund 20 Per­so­nen – dar­un­ter auch den Zwei­brü­cker Ober­bür­ger­meis­ter Dr. Wos­nitza – in den Gar­ten des Quar­tiers­treffs ein­ge­la­den.

Innen­staats­se­kre­tä­rin Nico­le Stein­gaß (Mit­te) freut sich mit Pro­jekt­part­nern und Teil­neh­mern über die erfreu­li­che Zwi­schen­bi­lanz der „Digi­ta­len Nach­barn“. Foto: EA RLP

Im Inter­view mit vier der ins­ge­samt elf Pro­jekt­teil­neh­me­rin­nen und –teil­neh­mern wur­de deut­lich, dass die Senio­rin­nen und Senio­ren „ihre“ Ale­xa mitt­ler­wei­le fest in den All­tag inte­griert haben. Die digi­ta­le Sprach­as­sis­ten­tin erin­nert sie, Medi­ka­men­te ein­zu­neh­men oder die Fens­ter zu schlie­ßen, bevor sie das Haus ver­las­sen. Ins­be­son­de­re in der Coro­na-Zeit hat die Funk­ti­on Video-Tele­fo­nie gehol­fen, dass man sich nicht ganz so ein­sam fühlt. Im Gegen­satz zu ande­ren smar­ten End­ge­rä­ten ist die Bedie­nung per Spra­che im Alter eine Erleich­te­rung. Deut­lich wur­de aller­dings auch, dass das Modell­pro­jekt vor allem auf­grund der inten­si­ven per­sön­li­chen Betreu­ung des ört­li­chen DRK so gut funk­tio­niert.

Johann Leib
Johann Leib berich­tet über sei­ne Erfah­run­gen im Modell­pro­jekt. Foto: EA RLP

Neben der Ent­wick­lungs­agen­tur waren alle wei­te­ren Pro­jekt­part­ner bei der Fei­er­stun­de ver­tre­ten: der DRK-Kreis­ver­band Süd­west­pfalz, das Fraun­ho­fer Insti­tut für Expe­ri­men­tel­les Soft­ware Engi­nee­ring (Kai­sers­lau­tern) und der DRK-Lan­des­ver­band Rhein­land-Pfalz. Die Ent­wick­lungs­agen­tur wer­tet der­zeit die Ergeb­nis­se aus der Test­pha­se in Zwei­brü­cken aus. Nach Abschluss des Modell­pro­jek­tes zum Jah­res­en­de 2020 soll ein über­trag­ba­res „Geschäfts­mo­dell“ ent­stan­den sein, um den Ein­satz von digi­ta­len Sprach- und Video­as­sis­ten­ten unter Senio­rin­nen und Senio­ren wei­ter zu ver­brei­ten. Das DRK hat bereits ein zwei­tes Modell­pro­jekt in Lud­wigs­ha­fen ins Auge gefasst.

Mit Zah­len kann Stef­fen Hess vom Fraun­ho­fer-Insti­tut den Erfolg bele­gen: Die elf Teil­neh­mer sind zwi­schen 68 und 82 Jah­re alt. Sie nut­zen „Ale­xa“ mitt­ler­wei­le täg­lich und seit dem Start des Modell­pro­jekts auch immer häu­fi­ger. Ein Nut­zer kommt auf gan­ze 5000 Anfra­gen.

Die nack­ten Zah­len wer­den von den per­sön­li­chen Erfah­run­gen der Nut­ze­rin­nen und Nut­zer unter­mau­ert. Sie tau­schen sich über „Ale­xa“ aus oder laden sich zu Besu­chen ein. Das all­ge­mei­ne Fazit: Sie möch­ten „ihre Ale­xa“ auf kei­nen Fall mehr her­ge­ben. Das müs­sen sie auch nicht. Sie kön­nen die Sprach­as­sis­ten­ten wei­ter nut­zen, wenn das Modell­pro­jekt been­det ist.

Mehr Infos gibt es unter www​.digi​ta​le​-nach​barn​.de